Wahlprüfsteine - Kampagne zur Landtagswahl 2026 gestartet
FVSHKBW will Orientierung bieten
Auf den Zahn fühlen und gegebenfalls nachbohren - das hat der Fachverband bei den Spitzenpolitikern Baden-Württembergs in den vergangenen Monaten bei verschiedenen Gesprächen getan. Zudem hat er an die sechs Parteien, die laut Wahlumfragen die größten Chancen haben, im nächsten Landtag vertreten zu sein, jeweils drei Fragen zu den drei zentralen Themenkreisen gestellt. Herausgekommen ist dabei eine Art “Mini-Wahl-O-Mat” für die Themen, die das SHK-Handwerk bewegen.
Sechs Parteien, drei Themenbereiche, neun Fragen - so lautet die Überschrift der Orientierungshilfe für die Wahl am 8. März. Ob Energie- und Klimaschutzpolitik, Mittelstandgerechte Wirtschaftspolitik oder Bildungspoltik: zu jedem dieser Bereiche haben CDU,SPD,FDP, Bündnis90/die Grünen, AfD und die Linke ausführliche Antworten geliefert. Diese sollen dabei für sich wirken, ohne dass es einer Kommentierung des Fachverbandes bedarf. Jeder Wähler, der sich die Antworten aufmerksam durchliest, soll sich selbst ein Bild machen, ob die Vorhaben der Parteien den eigenen Vorstellungen entsprechen und ob die Antworten auch zu dem bisher gezeigten Handeln passen, heißt es auf der Webseite des FVSHKBW.
Komplettiert wird die Kampagne durch zahlreiche Social-Media-Auftritte in denen einmal wöchentlich zwei der Forderungen des SHK-Handwerks zur Landtagswahl unter die Lupe genommen werden.
Außer Thesen nichts gewesen
Noch keine Einigung beim "neuen" Heizungsgesetz
Bis Ende Januar wollte der Koalitionsausschuss die Eckpunkte für das einstige Gebäudeenergiegesetz (jetzt: Gebäudemodernisierungsgesetz) vorlegen, doch die Verhandlungen ziehen sich hin. Die Gründe dafür sind zahlreich. Offiziell heißt es sowohl von Christ- als auch Sozialdemokraten, dass man sich in der kommenden Woche einigen wolle.
Das Problem ist hausgemacht: noch im Wahlkampf hatten CDU und CSU Stimmung gegen das Heizungsgesetz gemacht und sogar dessen Abschaffung in Aussicht gestellt. Das GEG, wie es damals noch hieß, war auch Thema bei den Koalitionsverhandlungen. Die SPD hielt sich mit Äußerungen zurück. Nun ist es aber offensichtlich genau dieser Satz “Wir werden das Heizungsgesetz abschaffen”, wie er mehrfach von CDU Spitzenpolitkern zu hören war, der einen (ersten) Stolperstein bildet. Abgesehen davon: Das GEG komplett abschaffen, funktioniert noicht. Deutschland ist an EU-Recht gebunden (siehe auch Artikel “Ist das noch gut oder kann das weg?” vom 15.12.2025).
Ein dicker Brocken
Zudem hat sich die Bundesrepublik selbst dazu verpflichtet bis 2045 klimaneutral zu sein, was bedeutet, dass Umweltminister Carsten Schneider (SPD) auf die Einhaltung der Klimaziele besteht. Außerdem muss er bis Ende März ein neues Programm vorlegen, das alle Klimaschutzmaßnahmen der Bundesregierung auflistet. Und dann ist da noch die erfolgreiche Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH): Ende Januar urteilte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass die Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm aus dem Jahr 2023 nachschärfen muss. Das Programm genüge nicht den gesetzlichen Anforderungen, um die Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 65 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 bis 2030 zu erreichen.
Will heißen: das Gesetz muss angepasst und damit auch ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele erbracht werden. Wie die inhaltliche Ausgestaltung sein soll, ist nach wie vor unklar. Die Sozialdemokraten erachten die Förderung von Haushalten mit niedrigem Einkommen als wichtigen Punkt und hatten das im Koalitionsvertrag festschreiben lassen. Gleichzeitig soll das geänderte Gesetz technologieoffen sein. Ein schwieiriges Unterfangen also.
Hochrangige Politiker und verschlossene Türen
Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios ist der federführende Koalitionsauschuss prominent besetzt:Neben den Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn von der CDU und Matthias Miersch (SPD) war auch die zuständige Ministerin für Energie, Katherina Reiche (CDU), bei mehreren Treffen persönlich dabei. Bundebausministerin Verena Hubertz lässt sich aufgrund ihres Mutterschutzes vertreten. Man tagt hinter verschlossenen Türen, selbst gut informierte Journalisten hören nichts.
Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des FVSHKBW hat bereits zu Jahresbeginn in einem Kommentar prognostiziert: “Die Verunsicherung wird sich voraussichtlich noch den größten Teil des Jahres hinziehen. Impulse für den Heizungstausch sind frühestens 2027 zu erwarten. Gepaart mit den fehlenden Impulsen aus dem Neubau und der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung blicken wir auf ein schwieriges Jahr”.
Wärmepumpen-Offensive: Grüne ernten heftige Kritik
Bundestag verweist Antrag nach kontroverser Diskussion an den Wirtschafts-und Energie-Ausschuss
Eine “nationale Wärmepumpenstrategie” und die Wiedereinführung des “Aufbauprogramms Wärmepumpe” - das sind zwei der zentralen Forderungen eines Antrags, den heute Bündnis 90/Die Grünen dem Bundestag vorgelegt haben. Deutschland sei einer der führenden Anbieter für Wärmepumpentechnologien und solle es auch bleiben, so die Begründung. Geplant sind Marktanreize, Forschungsförderung und klare Zielvorgaben bei der Umsetzung der Klimawende.
“Wir brauchen keine Wärmepumpen-Strategie, sondern planbare Regelungen, mehr Anreize und weniger Verbote”, erklärte Andreas Lenz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Energie der CDU. Der Antrag der Grünen sei ein - Zitat: “Robert-Habeck-Gedächtns-Antrag”, der jegliche Technologieoffenheit vermissen lasse. Biomasse, Holzheizungen, hybride Technologien sowie die Fernwärme kämen im Antrag nicht vor, monierte er. Die CDU wisse um die Heizungsindustrie im Land: “Wir werden Perspektive herstellen und Planungssicherheit schaffen”, entgegnete er auf den Grünen-Vorwurf, dass die Bundesregierung in der Branche sowie bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern für große Verunsicherung gesorgt habe.
Klimapolitik mit Selbstausbeutung
Die Linken-Politikerin Agnes Conrad (Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Energie) verwies darauf, dass der Antrag das “Klimahandwerk” nicht berücksichtige: “Draußen herrscht enormer Transformationsdruck, innen hat das Handwerk zu wenig Fachkräfte. Die Betriebe müssen die Klimapolitik mit Selbstausbeutung bezahlen", erklärte sie und forderte eine Ausbildungsoffensive für das Klimahandwerk. Ihre Parteikollegin Violetta Block vertrat die Ansich, dass bei allen Überlegungen zur Umsetzung der Klimaziele, der Miterschutz mitgedacht werden müsse und sprach sich zudem für eine deutliche Anhebung der Bundesförderungen aus.
Breiter Mix aus Technologien und eine Komplettabsage
Helmut Kleebank von der SPD warnte vor einer ideologischen Verengung der Debatte, bei der einzig die Wärmepumpe im Mittelpunkt stehe. “Es geht darum, was Sinn ergibt für Klimaziele und Geldbeutel. Der Ausbau von Technologien bei den erneuerbaren Energien darf kein ideologischer Selbstzweck sein”, erläuterte er und verwies darauf, dass nur ein dauerhaft niedriger Strompreis für deutliche Wettbewerbsvorteile bei der Industrie sorgen könne. Mit Hinblick auf die Verbraucher erklärte er: “Wir brauchen einen breiten Mix aus Technologien, aber entscheidend ist die soziale Staffelung der Förderkulissen - ein Umstieg muss für alle machbar sein”.
Adam Balten von der AfD erteilte dem Grünen-Antrag eine komplette Absage - es handele sich um eine Politik der “unnötigen Umwege”, da “Wärmepumpen überwiegend mit fossil erzeugtem Strom” betrieben würden.
Einer der Antragsteller, Alaa Alhamwi, Grünen-Mitglied im Wirtschafts- und Energie-Ausschuss, warf der Bundesregierung eine" Blockade-Politik" bei den Klimazielen vor und bezeichnete das Verhalten der großen Koaltion als “verantwortungslos”
Der Antrag wurde mehrheitlich an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie zur weiteren Beratung verwiesen.
China streicht Exportrabatte für PV-Produkte und Solarzellen
Regelung gilt ab dem 1. April 2026 - Chinas Hersteller geben jetzt Gas beim Export
Neues Jahr - neue Regeln: Zum 1. April 2026 werden die Mehrwertsteuer-Exportrabatte für Photovoltaik-Produkte abgeschafft. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des chinesischen Finanzministeriums und der staatlichen chinesichen Steuerverwaltung hervor. Laut dem pv magazine Global rechnen Marktanalysten mit einem Anstieg der Ausfuhren im ersten Quartal 2026, da die Unternehmen ihre Exporte vor Ablauf der Frist beschleunigen werden. Danach wird es teuer für die Hersteller und deren Kunden
Auch für diverse Batterieprodukte gelten neue Regelsätze: In diesem Bereich wird der Exportrabattsatz zwischen dem 1. April und dem 31. Dezember 2026 von neun auf sechs Prozent gesenkt. Die vollständige Abschaffung ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen. Aus den Produktlisten, die dem pv magazine Global vorliegen, geht hervor, dass die Kategorie “Solar” monokristalline Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von mehr als 15 Zentimetern und einer Dicke von mehr als 220 Mikrometern umfasst; Branchenquellen weisen darauf hin, dass die meisten derzeit produzierten Mainstream-Photovoltaik-Wafer unter diese Definition fallen.
Die Liste umfasst auch nicht verbaute Solarzellen und gefertigte Solarmodule, heißt es weiter. Ebenfalls betroffen ist der Bereich “Batterien” - neben Lithium-Ionen-Batteriezellen und -Speicher sind auch andere Speichertechnologien wie Vanadium-Redox-Flow-Batterien gelistet. Zudem wird das Aus des Exportrabatts auch für Vorprodukte für Lithium-basierte Batterien gelten.
Analysten gehen davon aus, dass China mit der Rücknahme der Exportsteueranreize die allgemeinen industriepolitischen Ziele des Landes stärken will und auf Konsolidierung, technologische Modernisierung und eine höherwertige, nachhaltigere Fertigung setzt.
GEG: ist das noch gut oder kann das weg?
Koalition legt Fahrplan für Reformen fest - und lässt vieles im Unklaren
Es war ein großer Kracher nach der Sitzung des Koalitonsausschusses zur Reform des GEG erwartet worden. Am 11. Dezember stand dann fest: es ist allenfalls ein Tischfeuerwerk. Denn die Vorschläge für Reformen lassen weiter auf sich warten. Eigentlich sollten sie bis Weihnachten erarbeitet werden, jetzt ist von Ende Januar die Rede.
Blick zurück: CDU/CSU und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag im April 2025 darauf geeinigt, das sogenannte Heizungsgesetz zu ändern bzw. abzuschaffen. Das neue Gebäudeenergiegesetz solle technologieoffener, flexibler und einfacher werden. Seit Monaten steht eine Reform des sogenannten Heizungsgesetzes aus, doch jetzt gibt es nur: einen neuen Namen. "Es wird künftig Gebäudemodernisierungsgesetz heißen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am 11. Dezember nach der Sitzung des Koalitionsausschusses.
Ende Mai alles in trockenen Tüchern?
Bekannt wurde zudem, dass ein Fahrplan für die Reformen festgelegt wurde. Bis Ende Januar 2026 soll es gemeinsame Eckpunkte der zuständigen Ministerien und Fachpolitikern für eine Gesetzesreform geben. Danach soll sie im Ende Februar auf den parlamentarischen Weg gebracht werden. Der Beschluss des geänderten Heizungsgesetzes könnte zusammen mit der Umsetzung der neuen EU-Gebäuderichtlinie in deutsches Recht stattfinden. Beides ist bis zum Mai 2026 geplant. Ob es bei diesem Terminplan bleibt, ist unklar. Denn es herrschen innerhalb der Koalition große Differenzen bei einem wichtigen Kernpunkt des GEG: der 65-Prozent-Regel.
Zankapfel: die 65-Prozent-Regel
In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn erklärt: “Wir schaffen das Habeck'sche Heizungsgesetz ab – da sind wir uns einig.” Besonders die 65-Prozent-Vorgabe ist ihm ein Dorn im Auge: “Das Heizungsgesetz abzuschaffen, heißt für uns, dass es keinen Zwang bei Heizungen im Bestand gibt. Die 65 Prozent müssen weg”, forderte er. Das stößt beim Koalitionspartner SPD auf wenig Gegenliebe: Bauministerin Verena Hubertz und ihr Parteikollege, Umweltminister Carsten Schneider, wollen laut Handelsblatt an der Vorgabe festhalten. Andernfalls drohten Rückschritte beim Klimaschutz.
Abschaffung rechtlich unmöglich
Ob die von der Union postulierte Abschaffung des sogenannten Heizungsgesetzes machbar ist? Nein - daran lässt ein kürzlich erschienener Artikel der Energierechts-Zeitschrift EnWz keinen Zweifel: Denn die Koaltion kann europäische Richtlinien nicht einfach vom Tisch wischen. Die eine gilt für den Ausbau der erneuerbaren Energien, die andere legt die Effizienz in Gebäuden fest. Wie der Blick auf die Erneuerbaren-Richtlinie RED III zeigt, sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Richtwerte für den Ökoenergie-Anteil im Gebäudebestand festzulegen. Diese wiederum müssen in Einklang mit dem Ziel für 2030 stehen, 49 Prozent des Endenergieverbrauchs in Gebäuden aus erneuerbaren Quellen zu bestreiten. Um das zu erreichen, verlangt die Richtlinie auch Vorgaben für neu installierte Heizungen, ob in Neubauten oder bei Sanierungen. Die derzeit geltenden Vorgaben wären damit konform. Eine Neuregelung, die gar keine Vorgaben mehr für den Anteil erneuerbarer Energien enthalte, sei europarechtlich unmöglich, heißt es nun in dem Aufsatz. Denkbar sei allenfalls eine Absenkung der Zielwerte, diese müssen sich dann aber immer noch an die Richtlinien halten. Und dann auch noch das Grundgesetz ins Spiel. Denn dessen Artikel 20a zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen macht Rückschritte in der Klimapolitik schwer.
Plan B: Ran an die CO2-Umlage?
Innungsobermeister Frank Zöller zeigt sich vom Verhalten der Regierung wenig erfreut: "Landauf, landab warten die Menschen und die gesamte Branche auf klare Rahmenbedingungen bei diesem wichtigen Gesetz. Verbände, unser Handwerk und Wrtschaft haben das immer wieder klar an die Regierung adressiert. Und jetzt? Bekommen wir einen neuen Namen und einen Zeitplan präsentiert. Im Klartext: Wir wissen immer noch nicht, was aus der 65-Prozent-Regel wird und wie die Förderung aussehen soll. So kann niemand verlässlich planen. Das ist für die Bürger und für das Handwerk ein enttäuschendes Signal!" Frank Zöller geht davon aus, dass sich die schwarz-rote Koalition verstärkt auf die bereits seit 2021 bestehende CO2-Umlage fokussieren wird. Sie verteuert fossile Brenstoffe und entwickelte sich bislang nach einem staatlichen geplanten Weg. “Das wird sich in gut einem Jahr ändern”, betont der Obermeister. “Ab 2027 bildet sich der CO2-Preis im europäischen CO2-Handelsystem. Je nachdem, wie sich die EU-Treibhausgase dann entwickeln, wir der Anstieg mehr oder weniger stark steigen. Das heißt, dass die Heizkosten von fossil betriebenen Anlagen sprunghaft um etwa 100 oder bis zu 1000 Euro im Jahr steigen können.”
Wärmewende zuhause - Experten der Innung beim Infoabend der KEK
Es ist ein sprichwörtlich “heißes” Thema, dem sich die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK einmal pro Jahr widmet: “So gelingt mein Heizungstausch! Die Wärmewende im eigenen Zuhause." lautet der Titel der Veranstaltung, bei der auch Vertreter unserer Innung gerne dabei sind. Jochen Gartner und Frank Jäger gaben auch in diesem Jahr ihr Fachwissen weiter und informierten praxisnah und auch für Laien leicht verständlich rund um die Themen Wärmepumpe und Heizungstausch.
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger nutzten am 22. September die Gelegenheit, sich im IHK Haus der Wirtschaft umfasend zu informieren. Neben der Innung für Sanitär- & Heizungstechnik Karlsruhe-Bruchsal waren auch die Schornsteinfegerinnung Karlsruhe, die Elektro-Innung Karlsruhe, die Handwerkskammer Karlsruhe, die Stadtwerke Karlsruhe GmbH, die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH, die Stadt Karlsruhe und - als Veranstalterin - die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur dabei.
Nach einem Grußwort von Bürgermeisterin Bettina Lisbach gaben Expertinnen und Experten praxisnahe Einblicke in den Energieleitplan der Stadt Karlsruhe, das Gebäudeenergiegesetz, Wärmepumpen, Stromanschluss, Fernwärme und Fördermöglichkeiten. An Infotischen und bei Gesprächen erhielten die Teilnehmenden außerdem viele Infos für den Heizungstausch.
Besonders beliebt bei den Bürgerinnen und Bürgern war der Stand der SHK Innung Karlsruhe - Bruchsal, an dem unsere Mitglieder Jochen Gartner und Frank Jäger viele wertvolle Tipps weitergaben und sich sämtlichen Fragen stellten. Zuvor hatte Frank Jäger einen Vortrag zum Thema Wärmepumpe gehalten, der uns freundicherweise von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur zur Verfügung gestellt wurde. Den haben wir hier bereitgestellt: https://www.shk-karlsruhe-bruchsal.de/klimahelden
Hoffnungsschimmer oder ein Tropfen auf den heißen Stein?
ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Daniel Föst zum Revival der KfW-55-Förderung
Daniel Föst, der neue Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, hat es kurz nach seinem Amtsantritt Anfang September mit dem Dauer-Sorgenkind namens Wohnungsbau zu tun. Für den ehemaligen Polit-Profi (er war Landesvorsitzender der FDP Bayern, zudem von 2017 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages sowie bau- und wohnungspolitischer Sprecher seiner Fraktion) ist die Entscheidung der Bundesregierung, die KfW-55-Förderung befristet wieder aufleben zu lassen, im Kern nachvollziehbar. Die Wirkung bleibe jedoch überschaubar, stellt Föst fest. Im Grunde genommen ist die Reaktivierung so etwas wie ein Verschiebebahnhof.
Es sollen rund 150 Millionen Euro umgeschichtet werden, unter anderem aus dem Programm „Gewerbe zu Wohnen“ und aus nicht abgerufenen Haushaltsmitteln. Damit sollen vor allem jene Bauvorhaben wieder in Bewegung gebracht werden, die in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten sind. Nach Berechnungen der Immobilienwirtschaft könnten dadurch bundesweit bis zu 51.000 Wohnungen entstehen.
“150 Millionen Euro sind angesichts der Dimension der Baukrise ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn die eigentlichen Bremsklötze liegen nicht im Bereich der Förderung allein, sondern bei massiv gestiegenen Baukosten, hohen Zinsen und unsicheren Rahmenbedingungen”, erklärt Föst. Hier helfe auch die temporäre Rückkehr zu EH55 nicht über die strukturellen Probleme hinweg. “Die SPD überschätzt den Einfluss des sogenannten Bauüberhangs, also der genehmigten, aber nicht fertiggestellten Wohnungen”, meint der Hauptgeschäftsführer weiter. Viele dieser Projekte seien schlicht aufgrund der Kostenexplosion nicht realisierbar – unabhängig davon, ob es nun eine zeitlich befristete Zusatzförderung gebe oder nicht.
Verlässliche Förderung statt Flickwerk
Von kurzfristigen Impulsen hält der Ex-Abgeordnete nicht viel: “Wenn die Bundesregierung wirklich den Wohnungsbau stabilisieren will, braucht es mehr: eine verlässliche Förderarchitektur, die nicht alle paar Monate neu aufgesetzt wird, sowie eine spürbare Entlastung bei Bauvorgaben und Genehmigungen. Die Bauwirtschaft benötigt Planungssicherheit, keine ad-hoc-Programme. Gerade das SHK-Handwerk zeigt in der Praxis, wie entscheidend funktionierende Förderstrukturen sind: Ohne Planungssicherheit können Betriebe weder Personal noch Material für moderne Heizungs-, Klima- und Sanitärtechnik zuverlässig einplanen.”
Unterm Strich sei die Reaktivierung von EH55 ein pragmatischer Schritt, aber kein Durchbruch. Es bleibt Flickwerk in einer Krise, die weitaus tiefer reicht. Wer den Wohnungsbau nachhaltig beleben will, muss sich nicht nur an Fördertöpfen abarbeiten, sondern die strukturellen Rahmenbedingungen für Investitionen grundlegend verbessern. Nur wenn der Wohnungsbau läuft, können auch die vielen mittelständischen SHK-Betriebe ihre Schlüsselrolle bei Energieeffizienz, Klimaschutz und Trinkwasserhygiene erfüllen.
"Energiefrieden": Fachverbandstag fordert stabile Leitlinien zur Wärmewende
Innungsmitglieder Frank Jäger und Bernd Fuller für ihr Engagement geehrt
Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker (rechts) zahlreiche Akteure aus. Die Mitglieder unserer Innung Bernd Fuller (dritter von rechts; Mitglied im sozial-und wirtschaftspolitischen Ausschuss SHK) und Frank Jäger (zweiter von rechts; TA Zentral- und Luftheizungsbau 2005-2013, TA Sanitär und Heizung seit 2013, Obmann seit 20217), erheilten die goldene Ehrennadel für ihr 20 Jahre währendes Engagement
Planbarkeit und Verlässlichkeit durch die Politik - das forderte die Delegiertenversammlung beim Fachverbandstag am Freitag, 11. Juli in Heidelberg. Wie sich die Kommunikation der SHK-Branche in Richtung Politik nachhaltig zeigen kann, beleuchtete der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Daniel Föst, mittlerweile neuer Cheflobbyist des SHK-Handwerks in Berlin. Manuel Hagel, CDU-Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2026, bekam vom Fachverband deutliche Worte zu hören
"Fossil zu heizen, wird immer teurer werden“, so brachte es Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands beim Pressegespräch im Vorfeld des Verbandstags auf den Punkt. Bei der Delegiertenversammlung wurde Becker noch deutlicher: „Ich rufe Sie auf, bauen Sie in jeder Ecke dieses Landes eine Wärmepumpe ein! Lassen Sie sich nicht davon beeinflussen, dass irgendjemand irgendetwas in einen Wärmeplan geschrieben hat.“ Außerdem setzt der Fachverband darauf, dass Baden-Württemberg sein Ziel der Klimaneutralität dem des Bundes auf 2045 angleicht, um einen Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen zu vermeiden. Eine weitere Forderung: alle Berufsschulen und Bildungsstätten im Land sollen moderne Wärmepumpen zu Lehrzwecken erhalten.
Energiefrieden statt erneuter Kehrtwende beim GEG
Im Vordergrund der Delegiertenversammlung standen die Positionen und Forderungen des SHK-Handwerks zur Landtagswahl 2026 und zur angekündigten Reform desGebäudeenergiegesetzes (GEG). Einer der Kernpunkte: Ein „Energiefrieden“,wie es der Vorsitzende des FV SHK BW, Stefan Menrath, nannte: Einen parteiübergreifenden
Kompromiss zu den großen Linien der Wärmewende und damit zum Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien in der Beheizung von Gebäuden. Dieser Energiefrieden würde endlich wieder langfristige Verlässlichkeit für Verbraucher und das Handwerk bringen. „Wir können uns keine erneute Kehrtwende jeder neuen Regierung leisten. Wir erwarten daher eine von der breiten Mehrheit der politischen Mitte getragene Regelung“, sagte Menrath.
Zwei Strömungen beim GEG - die Politik „schwimmt“
Ein „zukunftsweisendes Programm“, hatte Menrath bereits morgens in seiner Begrüßung versprochen. Was er meinte, zeigte zum einen der Gastauftritt von Daniel Föst. Der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete betonte, dass der Zentralverband SHK zwar auf Arbeitsebene gut vernetzt sei, aber vor allem in Richtung der Abgeordneten gebe es Luft nach oben. „Wenn man nicht hinten runterfallen will, muss manseine Kontakte nutzen, um Entscheidungsflüsse zu beeinflussen“, sagte Föst. Dazu gehöre, Reichweite zu schaffen und in Medien vorzukommen. Zum GEG berichtete Föst, man beobachte zwei Strömungen: "Die einen wollten bis Mai 2026 alles neu regeln und die EU-Vorgaben der Gebäuderichtlinie gleich einarbeiten. Ein anderer Teil will das GEG schnell verändern und den Rest später. Alle schwimmen, es brechen erste Konflikte auf“, schilderte er. Um die Politik
besser von den eigenen Positionen zu überzeugen, setze er auf kurze, fokussierte Botschaften.
Eingeschenkt - Menrath kritisiert Hagel
In seiner Rede zur öffentlichen Mitgliederversammlung betonte Stefan Menrath, wie wichtig es sei, das Förderprogramm 455-B zum „Altersgerechten Umbauen“ wieder aufzulegen, nicht für das Handwerk, „sondern damit alte Menschen länger in ihrer Wohnung leben können“. In Richtung des Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl 2026, Manuel Hagel, kritisierte Menrath, dass die Partei das GEG erst zum Wahlkampfthema gemacht habe, nun aber nicht zeitnah liefere. Dies schüre die Verunsicherung der Kunden und der Betriebe, die nicht wüssten, wie sie nun beraten sollen. Deshalb brauche es eine schnelle Klarstellung. Zur Senkung der
Gasumlage bei Beibehaltung der Stromsteuer erklärte Menrath: „Politik aus einem Guss sieht anders aus.“
Mauel Hagel erklärte, er habe kein Problem damit, „eingeschenkt zu bekommen“, weil man dann zumindest ehrlich miteinander sei. Gleichzeitig betonte er: „Ich habe das Heizungsgesetz immer kritisiert.“ Für ihn gehöre der Paragraf 71 abgeschafft. „Es geht vor allem um Effizienz und Technologieoffenheit.“ Und zur Stromsteuer versprach er eine Wiedervorlage für Februar 2026. Ausführlich lobte er das SHK-Handwerk dafür, dass es sieben Milliarden Euro Wertschöpfung für Baden-Württemberg erbringe und Handwerker dafür, dass sie sich
ehrenamtlich engagieren. Zwar werde er dafür getadelt, sich inhaltlich nicht festzulegen, so Hagel. Aber das werde er auch weiterhin nicht tun, weil er dann auch nicht für gebrochene Versprechen haftbar gemacht werden könne.
Neue Webseite: Zeitgemäßes Design und dadurch effektiviere Arbeit
Der zweite zukunftsweisende Programmpunkt dominierte den frühen Nachmittag: Gemeinsam mit Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker und dem FV-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Daniel Völpel, stellte der Inhaber der Agentur XM Oliver Bezler die neue Webseite des Fachverbands vor. Nach letzten Arbeiten soll diese im Lauf der Sommerferien online gehen. Mit einem modernen, zeitgemäßen Design soll die Webseite die Betriebe deutlich besser in ihrer Arbeit unterstützen. Bereits ab Mitte August werde man damit beginnen, erste Innungswebseiten zu programmieren, kündigte Bezler an. Diese würden mit der FV-Seite vernetzt, sodass ein permanenterDatenaustausch möglich werde. So soll ein einheitlicher digitaler Auftritt entstehen, der ein
positives Bild des SHK-Handwerks in Richtung Kunden, Nicht-Mitglieder, potenziellen
Mitarbeitern, Presse, Politik und weiteren Zielgruppen vermittelt.
Prima fürs Klima: Wärmepumpen auf dem Vormarsch
Nach einem schwierigen Absatzjahr 2024 kommt der Wärmepumpenmarkt wireder in Schwung: heit. Allein im ersten Quartal 2025 stieg der Absatz in Deutschland um 35 Prozent. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) zeigt dieser Trend, dass immer mehr Hausbesitzer auf klimafreundliche Heiztechnologien setzen.
Nicht nur die Klimaziele der Bundesregierung, sondern auch die steigenden Energiepreise und attraktive staatliche Förderprogramme treiben diese Entwicklung an. Die Besitzer von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden sind zudem nach einer Forsa-Umfrage ausgesprochen zufrieden mit dem Betrieb ihrer Geräte – sowohl hinsichtlich der Effizienz als auch des Wohnkomforts. Für den BWP ist das ein klarer Beleg für den Fortschritt der Wärmewende im Gebäudesektor. Damit der positive Trend anhält, fordert der Verband stabile politische Rahmenbedingungen, mehr Fachkräfte und einen zügigen Ausbau der nötigen Infrastruktur. „Investitionen in die Wärmewende werden über Monate, wenn nicht sogar Jahre vorbereitet. Daher benötigen alle Beteiligten vom Hausbesitzer über den Handwerker bis zur Heizungsindustrie planbare Rahmenbedingungen“, erklärte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe Dr. Martin Sabel.
Dass die Kunden in großer Zahl mit der Qualität der installierten Wärmepumpen zufrieden sind, zeigt eine neue Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstitutes forsa. Das Institut hat 794 Hausbesitzer befragt, die sich beim letzten Heizungstausch im Gebäudebestand für eine Wärmepumpe entschieden haben. Davon sind 67 Prozent mit dem Betrieb ihrer Wärmepumpe sehr zufrieden und 29 Prozent eher zufrieden – nur zwei Prozent sind unzufrieden, so Forsa-Geschäftsfühere Thorsten Thierhoff: „96 Prozent, also nahezu alle befragten Hausbesitzer mit Wärmepumpe würden sich rückblickend erneut für eine Wärmepumpe entscheiden.“
Pelletheizung? Online-Tool liefert Infos für Kundengespräche
Im Zuge der Nutzung sogenannter erneuerbarer Energien kommt bei Kunden auch die Pelletheizung ins Spiel und damit die Frage “Passt eine Pelletheizung zum Haus?”. Der kostenfreie Online-Check des Deutschen Pelletinstituts (DEPI) liefert in wenigen Minuten eine erste Einschätzung zu Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit
Das informative und unabhängige Online-Tool hilft Fachleuten schnell und unkompliziert einzuschätzen, ob sich ein Gebäude für eine Pelletheizung eignet. Zusätzlich werden Fördermöglichkeiten aufgelistet. Es müssen lediglich zehn gezielte Fragen zu Gebäude, bestehendem Heizsystem und baulichen Gegebenheiten beantwortet werden, anschließend liefert das Tool eine fundierte und übersichtliche Bewertung zur Installation eines Pelletkessels oder -kaminofens. Zusätzlich lassen sich die Antworten flexibel anpassen, wodurch sich verschiedene Szenarien durchspielen lassen – ideal für Beratungsgespräche mit Kundinnen und Kunden. „Der Pellet-Check ist ein praxisnahes Werkzeug für Fachleute, das jetzt ohne zusätzliche Kosten genutzt werden kann. Wichtig war uns ein so hilfreiches Angebot für alle zugänglich zu machen. Es erleichtert die Planung und trägt dazu bei, Pelletheizungen gezielt und effizient einzusetzen“, erklärt Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPI. Die Anleitung zu dem Tool hat das Institut auf seiner Webseite veröffentlicht.
Trotz wirtschaftlicher Lage: Südwest-Handwerk stellt Fachkräfte ein
Signal an Bewerber: "Ihr werdet gebraucht - mehr denn je!"
Das Handwerk in Baden-Württemberg denkt auch in schwierigen Zeiten nach vorne. Gut jeder dritte Betrieb plant, in diesem oder im kommenden Jahr neue Fachkräfte einzustellen. Das zeigt die aktuelle Fachkräfteumfrage von Handwerk BW. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern bleibt schwierig. Und der Abgang der Babyboomer sorgt in den nächsten Jahren für noch mehr Bedarf.
„Die Zahlen machen Mut. Sie zeigen, dass das Handwerk selbst in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein verlässlicher Arbeitgeber bleibt“, sagt Handwerk BW-Präsident Rainer Reichhold. „Das Signal an Bewerber ist klar: Ihr werdet gebraucht, jetzt mehr denn je.“ Doch trotz des ungebrochenen Bedarfs bleibt die Fachkräftesuche schwierig. Nur vier Prozent der Betriebe konnten ihre Stellen ohne größere Probleme besetzen. Immer mehr müssen länger suchen. Der Anteil derer, die ihre Vakanzen gar nicht besetzen können, ist zwar gesunken, liegt aber weiterhin bei 57 Prozent. „Unsere Betriebe suchen Menschen, die anpacken wollen. Doch allzu oft fehlt es komplett an Bewerbungen“, erklärt Reichhold. Größere Betriebe tun sich bei der Suche etwas leichter. Kleinere Unternehmen spüren die Engpässe deutlicher.
Demografischer Wandel reißt eine Lücke
Der demografische Wandel wird zu einer immer größeren Herausforderung. In den nächsten fünf Jahren geht etwa jeder zehnte Beschäftigte in Rente. Rechnerisch bedeutet das einen zusätzlichen Bedarf von rund 15.000 Fach- und Arbeitskräften – jedes Jahr. „Diese Lücke lässt sich mit dem bestehenden Nachwuchs nicht schließen. Weder kurzfristig noch langfristig“, warnt Reichhold.
Neben fundierterer Schulbildung, mehr Aktivierung von Frauen und einer besseren Berufsorientierung sieht Handwerk BW auch in der Fachkräfteeinwanderung einen zentralen Baustein. Die neue Landesagentur für Zuwanderung sei ein richtiger Schritt. „Was wir brauchen, sind schlanke Verfahren, zentrale Anlaufstellen und echte Willkommenskultur. Wenn wir diese Herausforderungen gemeinsam anpacken, kann das Handwerk weiterhin Stabilitätsanker sein, für junge Menschen und für die ganze Wirtschaft im Land“, so Reichhold.
"Wir können alles, was kommt."
ZDH-Kampagne auch in der Gaming-Welt vertreten
Zuversicht als begründete Haltung zu vermitteln – das ist das Kernanliegen der neuen bundesweiten Kommunikationskampagne des deutschen Handwerks. Unter dem Motto „Wir können alles, was kommt.“ zeigt sich das Handwerk als eine starke Gemeinschaft, die auch in aufgewühlten Zeiten die Herausforderungen der Zukunft in die Hand nimmt: mit Können, Vielfalt und Innovation. Zudem soll die Kampagne bei jungen Menschen in der beruflichen Orientierungsphase und deren Umfeld Begeisterung für die mehr als 130 Ausbildungsberufe im Handwerk wecken.
„Können schafft Zuversicht. Das gilt in herausfordernden Zeiten mehr denn je. Wir Handwerkerinnen und Handwerker wissen, dass wir jederzeit auf unsere Fähigkeiten bauen können“, sagt Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „Diese positive und selbstbewusste Haltung ist auch der Grundtenor unserer Handwerkskampagne. Mit der Aussage ‚Wir können alles, was kommt‘ zeigen wir, dass wir bereit sind für die Zukunft.“
TV, Streaming, Gaming
Die Kampagne ist unter anderem im Fernsehen und bei Streamingdiensten, auf Plakaten und digitalen Kanälen sowie in Anzeigen zu sehen. Herzstück sind 17 Handwerkerinnen und Handwerker, die als authentische Botschafter ihres Berufsstands auftreten. Die Kampagne soll nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung des Handwerks stärken, sondern auch verdeutlichen, dass handwerkliche Berufe eine sehr gute und langfristige Perspektive bieten.
Als besondere Aktion ist das Handwerk seit Anfang April in der Welt des Gamings vertreten. Das „Monument der Zuversicht“ entsteht als interaktives Bauprojekt im Minecraft-Universum. Umgesetzt wird das Vorhaben von der Kreativagentur CarlNann und Rocket Beans TV. So sollen junge Menschen auf spielerische Art und Weise für eine Zukunft im Handwerk begeistert werden. Bei Minecraft, das zu den meistgespielten Titeln weltweit zählt, erschaffen die Spieler/-innen eigene Welten und Gebäude aus würfelförmigen Elementen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Diese Parallelen zum realen Handwerk werden für die interaktive Mitmachaktion genutzt. In der Folge soll rund um das „Monument der Zuversicht“, einem riesigen Daumen in Magenta, eine lebendige Handwerksstadt entstehen, in der verschiedene Handwerksberufe erlebbar werden.
Studie stellt Geschäftsmodelle für Einsatz von Gebäudetechnologien vor
Mehr als ein Drittel der Endenergie fällt in Deutschland für Gebäude an - das meiste wird für Raumwärme und Warmwasser gebraucht. Mit Hilfe digitaler Gebäudetechnologien kann die Energieeffizienz um etwa ein Fünftel erhöht werden. Allerdings werden diese Technologien in der Wohnungswirtschaft nur wenig genutzt. Hauptgründe dafür sind Finanzierungsfragen und Informationsdefizite. Das zeigt ein dena-Projekt.
Wie können Geschäftsmodelle in der Gebäudeautomation die Herausforderungen und Bedürfnisse von Kunden und Mietern bestmöglich abdecken? Mit dieser Frage hat sich das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz durch Digitalisierung in Industrie und Gebäuden (KEDi) beschäftigt. Die Studie zeigt, dass es bereits ein vielfältiges Angebot an Produkten, Dienstleistungen und Beratungsangeboten für Gebäudeautomation gibt, und dass sich dieses weiter ausdifferenziert, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Energie Agentur.
Das dena-Projekt unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die Gebäudewirtschaft dabei, Energieeffizienzpotenziale mittels Digitalisierung besser zu erschließen. Die in der KEDI-Studie vorgestellten Geschäftsmodelle zeigen auf, wie Hemmnisse der Wohnungswirtschaft gelöst werden könnten. Dazu zählen laut dena technische Hürden (z.B. die mangelnde Interoperabilität digitaler Technologien), wirtschaftliche Barrieren, mangelnde Akzeptanz für neue Technologien bei Mietenden sowie der Fachkräftemangel. Die vorgestellten Lösungen reichen von Schulungen über Beratungen bis hin zu „Rundum-sorglos-Paketen“.
Design-Preis „Badkomfort für Generationen“ verliehen
ZVSHK vergibt zudem Sonderpreis für Badplanung
Es waren 19 Produkte nominiert - drei wurden von der fünfköpfigen Fachjury zu Siegern gekürt: Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat auf der Weltleitmesse der SHK-Branche, der ISH , zum insgesamt siebten Mal seit 2013 seinen Designpreis „Badkomfort für Generationen“ verliehen
Eines haben die drei Sieger-Produkte gemeinsam: sie verbinden auf herausragende Weise barrierefreie Nutzerfreundlichkeit mit ansprechendem Design. Die Expertenjury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Architektur, Design, Handwerk und Kunden, traf ihre Entscheidung im Rahmen einer Jurysitzung auf der ISH. Die Auszeichnung erhielten in diesem Jahr drei gleichwertige Siegerprodukte, die jeweils mit dem ZVSHK Produkt-Award 2025 geehrt wurden:
- „Prevista Dry-WC-Element“ von Viega
- „Zehnder Tetris“ – Badheizkörper von Zehnder
- „Instant Hot Showers“ – Duschinstallation von Heau
ZVSHK-Präsident Michael Hilpert überreichte die Trophäen und Urkunden an die ausgezeichneten Unternehmen. Auch Annett Jura, Abteilungsleiterin „Wohnungswesen und Immobilienwirtschaft“ im Bundesbauministerium, gratulierte im Namen der Schirmherrin, Bundesbauminsterin Clara Geywitz.
Auch Badplanung wurde ausgezeichnet
Ein besonderes Highlight der diesjährigen Preisverleihung war die erstmalige Verleihung eines Sonderpreises für Badplanungen des Handwerks mit Komfort für Generationen. Dieser ging an das Unternehmen Bormuth Haustechnik aus Lautertal-Gadernheim. Geschäftsführerin Anna Bormuth-Jährling betonte in ihrer Dankesrede: „Durch den ZVSHK-Wettbewerb sind wir erstmals auf das Thema Barrierefreiheit gestoßen und haben unseren Kunden zwei Varianten vorgestellt – sie haben sich bewusst für das barrierefreie Siegerbad entschieden.“
Michael Hilpert unterstrich die gesellschaftliche Relevanz der Auszeichnung: „Mit unserem Award setzen wir ein deutliches Signal für die wachsende Nachfrage nach generationenfreundlichen Bädern – gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel in Deutschland.“ Auch der Juryvorsitzende Mathias Knigge hob die Bedeutung guter Planung hervor: „Das ausgezeichnete Handwerkerbad überzeugt durch eine durchgängige Gestaltung und zahlreiche Komfortmerkmale. Es zeigt: Attraktives Design und das Konzept ‚Design für Alle‘ sind ein zukunftsweisender Ansatz für das Handwerk.“
IFH 2026: ein halbes Jahrhundert Fachkompetenz
Für die SHK-Branche gehört die IFH/Intherm zum - geliebten - Pflichttermin: im nächsten Jahr steht vom 14. bis 17. April die Jubiläumsausgabe im Messezentrum Nürnberg auf dem Programm. Schon jetzt können sich Aussteller anmelden und wir werfen ein Blick auf das, was kommt.
Seit fünf Jahrzehnten ist die IFH/Intherm eine feste Größe und treibende Kraft für die Sanitär-, Haus- und Gebäudetechnik im süddeutschen Raum. Sie hat sich als zentraler Branchentreff etabliert, an dem Fachhandwerk, Industrie, Großhandel, Fachplaner und Architekten zusammenkommen, um Innovationen zu erleben, Wissen zu teilen, ihr Netzwerk auszubauen und zukunftsweisende Impulse zu setzen.
Fachkräftebedarf und Digitalisierung
Die SHK-Branche steht vor großen Herausforderungen: gesetzliche Vorgaben ändern sich, Kundenansprüche wachsen, der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften und die fortschreitende Digitalisierung erfordern kontinuierliche Anpassungen. Die IFH/Intherm bietet die Gelegenheit, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Hier haben Aussteller die Möglichkeit, mit Fachbesuchern in den Dialog zu treten, Trends erlebbar zu machen und ihre Produkte sowie Lösungen direkt den Entscheidungsträgern der Branche vorzustellen. Die ausgeprägte Präsenz des SHK-Handwerks und die hohe Besucherqualität ermöglichen wertvolle Gespräche und nachhaltige Geschäftskontakte.
Innovationen und Trends erleben
2026 bietet die IFH/Intherm eine besondere Bühne, um Produktneuheiten, Innovationen und Trends vor einem hochqualifizierten Fachpublikum zu präsentieren. Die Jubiläumsausgabe ist damit nicht nur eine Feier von 50 Jahren Branchenentwicklung, sondern auch eine einzigartige Gelegenheit, die Zukunft der SHK-Branche aktiv mitzugestalten. Weitere Infos zur Messebeteiligung und Anmeldung gibt es online unter: www.ifh-intherm.de/anmeldung.
Helmut Bramann und ZVSHK gehen gertennte Wege
Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und sein Hauptgeschäftsführer Helmut Bramann haben ihre Zusammenarbeit mit Wirkung zum 31. März 2025 beendet. Der Vorstand des Zentralverbands hat Helmut Bramann als Hauptgeschäfsführer abberufen, heißt es auf der Internetseite des Verbands. Bramann führte seit Juli 2018 die Amtsgeschäfte der obersten Interessenvertretung des SHK-Handwerks in Deutschland. Zu den Gründen wurde nichts bekannt
“Er hat den ZVSHK in dieser Zeit zu einem geachteten Ratgeber und Ansprechpartner der Politik gemacht”, heißt es in der heute veröffentlichten Pressemitteilung. In der Corona-Krise hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass das SHK-Handwerk als wichtiger Faktor zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur angesehen wurde und seine Arbeit weiterführen konnte. „Darüber hinaus war er neben dem Vorstand mit der Garant dafür, dass der ZVSHK diese schwere Zeit wirtschaftlich meistern konnte“, sagt Michael Hilpert. „Dafür sprechen wir ihm Dank und Anerkennung aus.“ Kommissarisch übernimmt zunächst Andreas Müller, der Geschäftsführer Technik im ZVSHK, die Position als Hauptgeschäftsführer des ZVSHK; diese hatte er bereits von 2016 bis 2018 inne.
Gemeinsamer Appell zu einer gelingenden Wärmewende
Die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD sind in vollem Gange und noch immer ist nicht klar, wie die künftige Bundesregierung mit GEG und BEG verfahren wird. In einem gemeinsamen Appell rufen deshalb zahlreiche Verbände aus dem Energiesektor – darunter auch der Zentralverband Sanitär Heizung Klima – die poltischen Akteure dazu auf, die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung entschlossen voranzutreiben. Sie erwarten in diesem Zusammenhang klare und verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine Strategie, die praxistauglich ist
Die Klimaziele wurden bislang großgeschrieben. Die Wahrheit aber ist: Der Anteil Erneuerbarer Energien im Wärmesektor beträgt in Deutschland nur rund 20 Prozent. Mehr als die Hälfte der Endenergie wird hierzulande genutzt, um Gebäude zu beheizen oder um in Gewerbe und Industrie Wärme und Kälte zu erzeugen. Eine klimaneutrale Wärmeversorgung ist daher Grundvoraussetzung, damit die Energiewende gelingt und Deutschland die Klimaziele erreicht.
Die Unterzeichner des Appells fordern die Politik auf:
- Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung entschlossen voranzutreiben.
- Die Wärmewende für alle Beteiligten zu vereinfachen und für Kohärenz zwischen den Regelwerken zu sorgen.
- Klarheit zu schaffen und somit für Vertrauen zu sorgen. Es brauche Klarheit bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen und keinen vollständigen Systemwechsel.
- Menschen, Handwerk, Gewerbe, Handel, Industrie und die Energieversorgungsunternehmen brauchen Planungs- und Investitionssicherheit: Es müssen Verlässlichkeit und eine schlüssige Strategie für eine nachhaltige Wärmeversorgung geschaffen werden.
- Ziel für eine klimaneutrale Wärmeversorgung müsse ein ausgereiftes und realistisches Gesamtkonzept sein, dabei komme es auf Kontinuität und Zuverlässigkeit an.
- Die künftige Regierung solle die Chance der notwendigen Überarbeitung des GEG bis 2026 nutzen.
Dabei sei eine realistische und praxisgerechte Gestaltung der Rahmenbedingungen verbunden mit der Kontinuität bei den wesentlichen Eckpfeilern unabdingbar.
Unterzeichnet haben den Appell die Verbände BDEW, BDH, BEE, B.KWK, BWP, DVGW, GdW, VKU, ZIA, Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft e.V. und ZVSHK.
Wärmewende sozialverträglich gestalten und Entbürokratisierung vorantreiben
Wichtig ist: Die Wärmewende muss sozialverträglich erfolgen. Die Kosten für Bürger müssen bezahlbar bleiben, während ein volkswirtschaftlich sinnvolles Gesamtkonzept entwickelt wird. Gezielte Förderung ist essenziell, um CO₂-Reduktionsziele zu erreichen und Strafzahlungen zu vermeiden.Außerdem fordern die Verbände, die Entbürokratisierung der Wärmewende in den Fokus zu nehmen. Die wachsende Zahl gesetzlicher Vorgaben erhöht den bürokratischen Aufwand für Unternehmen erheblich. Besonders das Gebäudeenergiegesetz (GEG) muss vereinfacht und praxistauglicher werden. Die Umsetzung der EU-Vorgaben bis 2026 bietet die Chance für klare, verständliche Regeln.
Schwächerer Konjunkturtrend im SHK-Handwerk
Die Zeiten des Wachstums scheinen vorbei: Laut Schätzungen des Zentralverbanda Sanitär Heizung Klima ist der Umsatz im SHK-Handwerk im vergangenen Jahr von 61,9 Mrd. Euro auf 59,12 Mrd. Euro und damit um 4 Prozent gesunken. Für 2025 erwartet der ZVSHK ein moderates Minus von einem Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig und der Verband richtet einen Appell an Berlin
Die Neubautätigkeit lässt nach, die Wirtschaft schwächelt und die Verbraucher sind in Sachen Investitionen bei der Heizungsmodernisierung verunsichert. Das sind laut Verbandsangaben die Hauptgründe für das Minus. Die Nachfrage nach neuen Heizungen sei um fast die Hälfte abgeflaut, was sich auch in einem Rückgang der Installationsleistungen aller Heizungstechnologien widerspiegelt. Trotz der negativen Tendenz sei das Kundendienst- und Wartungsgeschäft eine stabile Umsatzsäule für das SHK-Handwerk geblieben.
Weniger Betriebe, weniger Beschäftigte, weniger Auslastung
Im vergangenen Jahr sei die Gesamtzahl der Betriebe leicht von 48 300 auf 48 050 gesunken, die Beschäftigtenzahl ging um 0,4 Prozent auf 388 334 Mitarbeitende zurück. Die Anzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge für Anlagenmechaniker fiel von 15 132 auf 14 655. Damit war sie jedoch höher als in den Jahren 2014 bis 2023. Auch bei den zu besetzenden Stellen ist ein Rückgang zu verzeichnen: Im Frühjahr 2023 meldeten noch 67,9 % der Betriebe offene Stellen, im Winter 2024 waren es nur noch 48,3 %. Außerdem ist der Auslastungsgrad gesunken; im Winter 2023 verzeichneten 34,4 Prozent der Betriebe eine Überlastung, im Winter 2024 waren es knapp 20 Prozent.
Aufruf an die politischen Akteure
Für 2025 erwartet der ZVSHK “vorsichtig einen weiteren leichten nominalen Umsatzrückgang von etwa einem Prozentpunkt. Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des ZVSHK, sieht die Politik in der Pflicht: ”Viel wird davon abhängen, wie schnell die neue Bundesregierung den negativen Konjunkturtrend umkehren und die deutsche Wirtschaft aus der Rezession führen kann. Eine wichtige Rolle wird dabei auch die politische Unterstützung für den Heizungsmarkt spielen. Unsere Forderungen an die Politik sind klar: eine schnelle Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), um es praxistauglicher und für unsere Kunden verständlicher zu machen, sowie eine verlässliche und nachhaltige Förderung für Modernisierungsmaßnahmen."
Um das Badgeschäft zu beleben, sei auch eine Neuauflage sowie die Erhöhung der Zuschussvariante des KfW-Programms “Altersgerecht Umbauen” notwendig. Bramann ist aber überzeugt: „Trotz der kurzfristigen Herausforderungen und dem verhaltenen Ausblick für das laufende Jahr agiert das SHK-Handwerk perspektivisch in einem Wachstumsmarkt, getrieben von innovativen Technologien und einer wachsenden Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen."
Zukunftsorientiert: DHI erhält über 200.000 Euro Förderung für 2025
Mit rund 227.500 Euro fördert das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg das Deutsche Handwerksinstitut e.V. (DHI) in diesem Jahr. Die Institute des DHI seien für den Innovationstransfer im baden-württembergische Handwerk unverzichtbar, betonte Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut
Das DHI und seinen anhängigen Institute fungierten als wichtige Mittler zwischen Theorie und Praxis, erläuterte die Ministerin. Die Forschungseinrichtung unterstützt das Handwerk dabei aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Technologietransfer, Unternehmensführung, betriebs- und volkswirtschaftliche Fragestellungen, Recht und Berufsausbildung zu bewältigen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem dieUnterstützung bei der Digitalen Transformation, Fachkräftesicherung und Lebenslanges Lernen zur Bewältigung des Demografischen Wandels sowie Selbstständigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks.
Das DHI vereint fünf regionale Forschungsinstitute unter seinem Dach, darunter das Institut für Betriebsführung im Handwerk (itb) in Karlsruhe, mit dem auch die SHK Innung Karlsruhe - Bruchsal zusammenarbeitet. Dieses forscht wissenschaftlich fundiert und anwendungsbezogen zur Unternehmensführung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Die Grundfinanzierung des DHI wird gemeinsam von allen Bundesländern, dem Deutschen Handwerkskammertag und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz getragen. Zusätzlich wirbt das Institut Drittmittel für weitere Projekte ein.
Handwerk fordert bessere Berücksichtigung bei Verkehrswende
Der Wechsel zu einer klimaneutralen Mobilität stellt das Handwerk vor besondere Herausforderungen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter mehr als 8.200 Handwerksbetrieben. Dabei sind die Betriebe grundsätzlich offen für neue Technologien.
Diesel- und Benzinmotoren dominieren noch, aber der Anteil von E-Autos in den Handwerksbetrieben steigt deutlich an. Allerdings hemmen hohe Anschaffungs- und Betriebskosten sowie begrenzte Reichweiten den Umstieg. Die Betriebe wünschen sich daher unbürokratische und planungssichere Fördermaßnahmen. Ein weiteres zentrales Problem: Der Parkraum wird knapper. Sowohl am Betriebsstandort als auch bei Kunden und auf Baustellen fehlen zunehmend Abstellmöglichkeiten für Handwerkerfahrzeuge. Die Betriebe fordern daher eine stärkere Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in der kommunalen Verkehrsplanung. Positiv entwickelt sich laut ZDH der Einsatz von modernen Lastenrädern, besonders in städtischen Gebieten. Sie eignen sich vor allem für Wartungsaufträge, Kleinreparaturen und Kundenbelieferungen im näheren Umfeld.
ISH 2025 – Innovativ, inspirierend und politisch wie selten zuvor
Die ISH, die weltweit führende Messe für Sanitär-, Heizungs-, Klima- und Energietechnik bringt vom 17. bis 21. März 2025 wieder die Fachleute aus dem SHK-Handwerk in den Messehallen in Frankfurt am Main zusammen. Auf der ISH treffen sich Handwerksprofis, sprechen mit Fachplanern, netzwerken mit Unternehmen aus der SHK-Branche und nehmen Kontakt auf mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Für SHK-Betriebe gibt es exklusive Vorteile im Vorteilsprogramm "MEHR.WERT." (siehe Link unten). Traditionell ist das Handwerk auf der ISH besonders stark vertreten und stellt die größte Besuchergruppe dar. Deshalb bietet der Zentralverband Sanitär - Heizung - Klima mit dem „Treffpunkt Handwerk“ in Halle 6.1 eine zentrale Anlaufstelle für Handwerksbetriebe. Begleitet wird die Messe von einem umfangreichen Rahmenprogramm, darunter die internationale Value of Water Conference zu globaler Wasserwirtschaft, Hygiene und Sanitärversorgung.
https://ish.messefrankfurt.com/frankfurt/de/themen-events/handwerk.html#mehrwert7
Eigenheimbesitzer setzen verstärkt auf neue Technologien
Bis 2029 könnte sich die Zahl der Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Elektroautos in Eigenheimen deutlich erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Die repräsentative Befragung von mehr als 4.000 Hausbesitzern ergab, dass sich innerhalb der nächsten fünf Jahre die neuen Technoligien zum Teil mehr als verdoppeln können
Photovoltaikanlagen erweisen sich als Türöffner für weitere klimafreundliche Technologien: Hausbesitzer mit Solaranlage oder konkreten Installationsplänen zeigen ein viermal höheres Interesse an Wärmepumpen und Elektroautos als andere Eigenheimbesitzer. Laut der Allensbach-Studie könnten 65 Prozent eine PV-Anlage besitzen (aktuell 36 Prozent); 41 Prozent ein Elektroauto fahren (aktuell 12 Prozent) und 38 Prozent eine Wärmepumpe nutzen (aktuell 15 Prozent).
Vor allem finanzielle Überlegungen führen dazu, auf die genannten Technologien umzusteigen. Politische Präferenzen spielen eine untergeordnete Rolle. Allerdings bleiben hohe Anschaffungskosten weiterhin eine Hürde. Für fast ein Drittel der Befragten war die politische Unterstützung bei der Anschaffung klimafreundlicher Technologien ein wichtiger Faktor für ihre Wahlentscheidung bei der Bundestagswahl 2025. Die Studie wurde im Auftrag der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) durchgeführt und ist repräsentativ für Hausbesitzer in Deutschland, die im eigenen Haus wohnen.
Entschlackungskur fürs GEG und neue Energieträgerstrategie: SHK-Handwerk legt Positionspapier zur Bundestagswahl vor
Planbarkeit, Vertrauen und Verlässlichkeit - das sind die zentralen Anliegen, die der Zentralverband Sanitär Heizung Klima jetzt in einem Positionspapier an die politischen Parteien gerichtet hat. Vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen erwartet der Verband „bei den Lösungen klare politische Rahmenbedingungen, technologische Offenheit und gezielte Investitionen“. Zentrale Themen sind für die SHK-Branche der Klimaschutz, das Gelingen der Wärmewende und die gesellschaftliche Gesundheitsversorgung
Mit einen Appell zur Stärkung der Daseinsvorsorge macht der Zentralverband deutlich, dass das KfW-Förderprogramm „Barrierereduzierung“ fortgeführt und zudem um jährlich mindestens 150 Millionen Euro aufgestockt werde müsse. der Zuschuss für Maßnahmen beim altersgerechten Umbau solle auf mindestens 6.000 Euro angehoben werden. Bei Neubauten und Sanierungen sollte die ambulante Pflege mitgedacht werden, um eine eventuelle spätere Nachrüstung zu erleichtern. Weitere Punkte auf dem Gesundheitsektor sind die Förderungen neuer raumlufttechnischer Anlagen in Pflegenheimen, Schulen und Kitas sowie die Modernisierung von öffentlichen Sanitärräumen.
Ein "Runder Tisch" bitte!
Um effektiver an Lösungen zusammenarbeiten zu können, fordert der ZVSHK zudem die Schaffung eines Runden Tischs - dort könnten sich die Bereiche Bauen, Handwerk und Gesundheit interdisziplinär austauschen.
Klimaschutz und Wärmewende sind weitere wichtige Bestandteile des zweiseitigen Positionspapiers. Das GEG muss nach Ansicht des ZV durch einen Bürokratieabbau entschlackt werden. Förderprogramme sollten ausfinanziert und erweitert werden; Technologieoffenheit bei allen erneuerbaren Energieträgern müsse sichergestellt werden. Neben Strom sollten auch nicht fossil erzeugte Gase und Öle in die Dekarbonisierungsstratgeie miteinbezogen werden.
Kein Attentatismus mehr!
Beim Thema Wettbewerb mahnt der Verband Fernwärmemonopole zu begrenzen und faire Marktbedingungen zu schaffen. Kommunen sollten verpflichtet werden im Planungsgebieten wettbewerbliche Anbieter - und Systemkonkurrenz zu ermöglichen. Mehr Tempo wird bei der Wärmewende verlangt: GEG und WPG müssten entkoppelt werden um Attenttismus aufzulösen und individuelle Modernisierungsmaßnahmen nicht auszubremsen. Außerdem weist der Zentralverband erneut darauf hin, dass Investoren stabile Rahmenbedingungen für langfristige Investitionen benötigen.
„Veränderungen sind absolut in Ordnung, sie dürfen jedoch nicht über Nacht kommen, sollten den Markt weiter anregen und dürfen nicht von der aktuellen Haushaltslage bestimmt sein“, fasst der Fachverband SHK Baden-Württemberg zusammen. Das komplette Positionspapier gibt es hier:
https://www.zvshk.de/fileadmin/zvshk.de/user_upload/Redaktion/PDF_Dokumente/SHK-Verbandsorganisation_zur_Bundestagswahl_2025.pdf
Umweltfreundlich Heizen: Es ist noch Kohle da...
Die Diskussionen und Falschbehauptungen zu den Förderungen beim Heizungstausch sind gerade vor der Bundestagswahl noch zahlreich. Fakt ist: der vorläufige Haushalt 2025 steht bis zur Verabschiedung eines neuen Etats. Der wiederum steht erst nach der "Inbetriebnahme" einer neuen Regierung an. Will heißen: es fließen noch Gelder, wenngleich auch nicht für jede Maßnahme
Von Seiten der KfW gibt es in Sachen Energetischer Sanierung Entwarnung. Die Bank gewährt nach wie vor Kredite und fördert Hauseigentümer mit Zuschüssen. "Es kann sich lohnen, umfassend zu sanieren, zu modernisieren und erneuerbare Energien zu nutzen. Dafür können Sie jetzt Fördermittel beantragen", heißt es auf der Homepage der KfW.
CO2-Rechner des Umweltbundesamtes in der Kritik
Eine Allianz aus Verbänden der Energie-, Heizungs-, Forst- und Holzwirtschaft rät Verbrauchern und Unternehmen davon ab, den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes (UBA) zu nutzen. Das Online-Tool sollte ursprünglich Verbrauchern helfen, ihren Lebensstil klimafreundlich zu gestalten. Doch das ist offensichtlich nicht gegeben, so die Kritik.
Seit einem knappen halben Jahr hat der Rechner einen CO2-Emissionsfaktor für das Heizen mit den meisten Holzarten hinterlegt. Dadurch kommt er zu dem abwegigen Ergebnis, dass Gas- und Ölheizungen für das Klima besser sein als das Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Die Verbände raten aus Gründen des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit dringend davon ab, auf Grundlage des UBA-Rechners fossile Heizungen einzubauen, und sie damit Holzheizungen vorzuziehen.
Kritik: Beratungsfunktion ist nicht gegeben
Die Verbändeallianz kritisiert, dass der UBA-CO2-Rechner seine objektive Beratungsfunktion verloren habe und offensichtlich zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zweckentfremdet werde. Nach den Streitereien um das Gebäudeenergiegesetz im letzten Jahr trägt der Rechner damit zur Verunsicherung der Bevölkerung bei und verzögert die Wärmewende unnötig.Die Verbände weisen darauf hin, dass der Rechner keinerlei rechtliche Auswirkung oder Bindung hat und nicht geeignet ist, um Verbrauchern, Beratern oder Unternehmen als Entscheidungsgrundlage für den Ausbau erneuerbarer Energien zu dienen.
Kein CO2-Preis auf Holz
Die Verbände empfehlen stattdessen, sich für den Heizungstausch und den Ausbau erneuerbarer Wärme schlicht am geltenden Recht zu orientieren, wie beispielsweise den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes oder dem Wärmeplanungsgesetzes. Außerdem sind Fachbetriebe - wie sie beispielsweise über die SHK Innung Karlsruhe - Bruchsal zu finden sind - versierte Ansprechpartner. Dass auf Holz kein CO2-Preis anfällt, hatte das Bundeswirtschaftsministerium im Sommer nochmals extra klargestellt.
Zu den Mitgliedern der Allianz gehören die Initiative Holzwärme (IH), der Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie (FVH), der HKI Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik, der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), die AGDW – Die Waldeigentümer, der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), die Familienbetriebe Land und Forst, der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) sowie der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.
Das UBA veröffentlichte jetzt auf seiner Webseite folgenden Hinweis: "Zu Anfang März bekommt der CO2-Rechner einen neuen Anstrich. Beachten Sie, dass sich im Zuge der Aktualisierung die Emissionsfaktoren im Hintergrund ändern und dass Ihre gespeicherten Bilanzen nicht mehr abrufbar sind."
Neue Kampagne des Handwerks in Richtung Politik
Das Handwerk gilt schon lange als die "Wirtschaftsmacht von nebenan" und an dieser kommt die Politik nicht vorbei. Der Spitzenverband des Handwerks in Baden-Württemberg, Handwerk BW, hat deshalb eine Social Media Kampagne aufgelegt, die eine klare Aussage hat: Politik braucht pragmatische Lösungen – das Handwerk zeigt, wie es geht.
Eine Sonderseite von Handwerk BW liefert zentrale Themen und klare Botschaften: Von Schulpolitik über Bürokratieabbau bis hin zur Klimapolitik. Mit dabei ist auch Stefan Menrath, Vorsitzender des Fachverbands Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg. Sein Statement vor allem in Richtung derjenigen Parteien, die mit dem Heizungsgesetz Wahlkampf machen: „Das Gebäudeenergiegesetz hat die Bürgerinnen und Bürger wie selten ein Gesetz zuvor verunsichert. Nun braucht es Verlässlichkeit und Planbarkeit bei den rechtlichen Rahmenbedingungen und Förderinstrumenten, damit wir gemeinsam die Herausforderungen der Wärmewende stemmen.“ Denn das Handwerk ist Motor für die wirtschaftliche Stärke und die Modernisierung unseres Landes – bei Energie, Klimaschutz, Verkehr, Digitalisierung, Gesundheit,
Wohnungsbau und vielem mehr. Als standorttreuer Wirtschafts- und Gesellschaftsbereich ist das Handwerk dabei ganz besonders auf gute und verlässliche Bedingungen angewiesen. Wer sich weiter informieren und die Botschaften des Handwerks auf Social Media teilen will, hier der Link: https://handwerk-bw.de/aktuelles/news-pressemeldungen/
Wärmenetze im Land: teuer und ineffizient?
Die Wärmepläne für den Südwesten kommen weiterhin gut voran. Trotzdem soll es im überwiegenden Teil der Siedlungsflächen in Baden-Württemberg keine öffentlichen Wärmenetze geben. Der Grund: Sie wären im Vergleich zu individuellen Lösungen vor Ort die deutlich teurere Variante. Diese Ansicht vertritt Gemeindetagspräsident Steffen Jäger
In einem Ende vergangenen Jahres geführten Interview mit der Stuttgarter Zeitung, in dem auch Umweltministerin Thekla Walker befragt wurde, relativiert Jäger die Rolle der Wärmenetze. Damit nähert sich der Vertreter der Gemeinden in Baden-Württemberg zunehmend den Einschätzungen des Fachverbandes an. Der macht diese Position seit über eineinhalb Jahren immer wieder deutlich und erhält dafür viel Gegenwind. „Ich freue mich sehr, dass sich die Position des gesunden Menschenverstandes zunehmend durchsetzt“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker das Interview.
Klimaziele immer schwerer vermittelbar
Auch beim Blick auf den Fernwärme-Anteil erläutert Jäger: „Ich wäre eher bei den 20 Prozent des Handwerks“. Was den von manchen Akteuren propagierten Anschlusszwang betrifft, hat für Jäger nicht die erste Priorität. Ebenso lässt er erkennen, dass die unterschiedlichen Ziele der CO2-Neutralität – Europa im Jahr 2050, Deutschland 2045, Baden-Württemberg 2040, Städte wie Stuttgart oder Mannheim 2035 – „immer schwerer vermittelbar“ seien.
Wärmeplanung mit Vorsicht zu genießen
Umweltministerin Thekla Walker betont jedoch in dem Doppelinterview, es sei zu früh von den Zielen abzurücken. Man habe an der Wärmeplanung gesehen, dass Ehrgeiz und eine Vorreiterrolle Vorteile brächten. „Wir haben jetzt für 80 Prozent der Menschen eine Wärmeplanung vorliegen“, stellt sie stolz fest. Dabei ist sie sich jedoch bewusst, dass die Wärmeplanung der Kommunen mit Vorsicht zu genießen ist. „Planung ist noch keine Umsetzung. Das oberste Gebot muss ein: Es muss bezahlbar sein und dauerhaft funktionieren“, so Walker.
Kein Geld für ineffiziente Ausgaben
Hier sieht der Fachverband einen der größten Knackpunkte. „Die Millionensummen, die nötig wären, um die theoretischen Potentiale für Wärmenetze in den Wärmeplanungen zu verwirklichen, sind selbst in den solventesten Kommunen und deren Stadtwerken nicht vorhanden. Das wird vielen Beteiligten nun deutlich“, kommentiert Becker. „Die Kommunen schauen auf Land und Bund, das Land schaut auf den Bund, aber keine staatliche Ebene hat derzeit Geld übrig, um sich ineffiziente Ausgaben zu leisten.“ Für ihn ist die Wärmeplanung dennoch ein richtiger Schritt. „Bei der Wärmeplanung sind wir in Baden-Württemberg dann tatsächlich führend, wenn wir sie als sehr unvollständigen Startpunkt begreifen, ein erster Wurf, nicht der finale Schuss“, so der Hauptgeschäftsführer.
Kontra Werteverlust: Energetisches Update macht Immobilien attraktiver
Früher hieß die Maxime bei Immobilien: "Es zählt die Lage", mittlerweile rückt die Energieeffizienz eines Gebäudes stärker in den Fokus. Wer also plant sein Haus mit Öl- oder Gasheizung zu verkaufen, sollte damit rechnen, einen geringeren Preis zu erzielen als bei einem sanierten Gebäude. Darüber berichtete kürzlich die Tagesschau
Die Nachrichtensendung der ARD zitierte dabei mehrere Fachleute, die davon ausgehen, dass sich der Preisabstand zwischen sanierten Gebäuden und solchen mit Öl- oder Gasheizung in den nächsten Jahren deutlich erhöhen wird. Geschätzt werden bis zu 30 Prozent Wertverlust. Auch Immobilienportale verzeichnen bei ihren Nutzern bereits jetzt, dass diese beim Suchen die schlechtesten Energieeffizienzklassen herausfiltern. Insbesondere in Regionen mit höheren Leerstandsquoten dürften es Eigentümer von unsanierten Gebäuden in Zukunft damit immer schwerer haben, noch Käufer zu finden. Für ein energetisches Update kommen sowohl Gebäudesanierungen wie z. B. Dämmungen in Betracht, als auch der Umstieg von einer mit fossilen Energieträgern betriebenen Heizung zu einem klimafreundlichen Heizsystem.
Haushalte sparen weniger Energie trotz gestiegener Heizkosten
Deutschlands Haushalte zahlten trotz Gaspreisbremse 2023 für das Heizen rund 31 Prozent mehr als 2022. Doch gab es nicht mehr so viel Potenzial, Energie einzusparen wie im Vorjahr. Das zeigt der jüngst veröffentlichte Wärmemonitor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
Heizten die Haushalte im ersten Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine temperaturbereinigt gut fünf Prozent weniger als 2021, waren es im vergangenen Jahr trotz ähnlicher Preissteigerungen im Schnitt nur knapp noch vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse des diesjährigen Wärmemontors, der auf Basis der Heizkostenabrechnungen des Energie- und Immobiliendienstleisters ista berechnet. „Die hohen Heizkosten haben viele private Haushalte trotz Gaspreisdeckel im Jahr 2023 schwer belastet“, sagt Studienautorin Merve Kücük aus der Abteilung Klimapolitik.
Möglichkeiten zur Einsparung bei Miethaushalten begrenzt
Weiter heißt es in einer DIW-Mitteilung: „Ihre Möglichkeiten, noch mehr einzusparen, sind begrenzt. Insbesondere Miethaushalte haben wenig Einfluss auf energetische Sanierungen oder Heizungssysteme.“ Insgesamt lagen Heizkostenabrechnungen von 170.000 Zwei- und Mehrparteienhäusern vor. Erstmals wurden auch mit Fernwärme beheizte Wohngebäude in die diesjährigen Berechnungen einbezogen. Deutlich zeigt sich, dass die Bandbreite der Fernwärmepreise im Vergleich zu Gas und Öl wesentlich größer ist. Zudem liegen die Preise pro Kilowattstunde im Schnitt deutlich über den Preisen für Gas und Öl. Allerdings ist der Heizbedarf pro Quadratmeter niedriger als für Öl und Gas.
Kohlendioxidemissionen sinken - Klimaziele trotzdem in weiter Ferne
Parallel zum Heizbedarf sanken auch die CO2-Emissionen um gut vier Prozent nach knapp sechs Prozent im Vorjahr. „Die Dynamik bei den CO2-Einsparungen reicht nicht, um die Klimaziele im Gebäudesektor bis 2030 zu erreichen. Dazu müssten sie von derzeit 102 Millionen in sechs Jahren auf 67 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente sinken,“ sagt Studienautor Till Köveker. Selbst bei hohem Preisdruck wie in den vergangenen zwei Jahren haben die Einsparungen der Haushalte nicht ausgereicht, um genügend Kohlendioxidemissionen einzusparen. „Im Interesse der privaten Haushaltsbudgets und des Klimaschutzes sind jetzt langfristige Investitionen gefragt, wie energieeffiziente Gebäudesanierungen und Heizungswechsel, vor allem zu erneuerbaren Energien“, ergänzt Studienautorin Sophie M. Behr.
Fernwärmeregelung auf Eis - hohe Kosten für die Kunden
Schlechte Nachrichten für aktuelle und potenzielle Kunden von Fernwärme: Sie werden auch im nächsten Jahr mit hohen Verbrauchskosten und intransparenten Rechnungen konfrontiert. Das berichtete zuletzt die ARD. Auch unter dem Gesichtspunkt Klimaschutz ist Fernwärme derzeit nicht zu empfehlen, da sie zu rund 80 Prozent aus fossilen Energieträgern gespeist wird. Der Fachverband Sanitär Heizung Klima Baden-Württemberg empfiehlt daher von der Fernwärme auf Wärmepumpen oder Biomasse-Heizungen umzusteigen
Eigentlich wollte die Bundesregierung die Fernwärme-Monopolisten bei deren undurchsichtiger Preisgestaltung in die Pflicht nehmen. Doch die geplante Neufassung der sogenannten Fernwärmeverordnung (AVBFernwärmeV) ist in dieser Gesetzgebungsperiode gescheitert. Ob, wann und in welcher Form sie kommen könnte, steht in den Sternen. Ebenso, ob das derzeitige Heizungsgesetz in der kommenden Legislaturperiode auf den Prüfstand kommt. Das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz teilte im Zusammenhang mit der Novellierung der Fernwärmeverordnung mit, es gebe "grundsätzlich unterschiedliche Interessen auf Verbraucher- sowie auf Versorgerseite. In der Kürze der restlichen Legislaturperiode kann ein adäquater Interessensausgleich nicht mehr erarbeitet werden".
Fernwärme kennt kein Limit nach oben
Fernwärme bleibt daher in der Regel die teuerste Form des Heizens. Dies hatte zuletzt die gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2-Online zum wiederholten Mal in ihrem Heizspiegel festgestellt. Während die Heizkosten in allen anderen Heizformen nach der Energiekrise im Jahr 2022 wieder teils deutlich zurückgegangenen sind, sind sie bei Fernwärme seit 2020 kontinuierlich immer weiter gestiegen. Die gesunkenen Heizkosten sind vor allem auf die rückläufigen Energiepreise sowie die staatlichen Preisbremsen zurückzuführen. Auch die Entspannung auf den Energiemärkten nach der Krise im Jahr 2022 hatte zur Kostensenkung beigetragen.
FV empfiehlt: Jetzt noch umsteigen
Ob Fernwärme je die hohen klimapolitischen Erwartungen erfüllt, steht aus Sicht des Fachverband SHK Baden-Württemberg in den Sternen. Allein die bestehenden Netze klimafreundlich zu machen, ist eine Herkulesaufgabe. Und auch dann bleibt für den Verbraucher das Risiko hoher, intransparenter Preise. Der Fachverband empfiehlt, die aktuell noch sehr guten Förderbedingungen für Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen zu nutzen und sich unabhängig von Fernwärme zu machen.
Fernwärme meist fossil
Der Großteil der Fernwärme in Deutschlands Netzen wird durch fossile Energieträger gespeist. Das zeigt eine aktuelle Studie des Umweltverbands WWF. Nach Meinung der Umweltschützer sind die Kommunen gefordert, das zu ändern. Alternativen wären laut der Umweltorganisation etwa Großwärmepumpen, Geothermie oder Abwärme aus industriellen Prozessen. „In den meisten Gemeinden geht die Wärme in den Netzen zu einem Großteil noch auf die Verbrennung fossiler Energien wie Kohle und Gas zurück“, so der WWF in einer Presseerklärung. Nach den voröiegenden Berechnungen produziert die Fernwärme in Deutschland Emissionen von 39 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr.
Landesausbilderpreis BW: Rechtzeitig an die Bewerbung denken!
Spitzenbetriebe im Land sollen künftig mit dem Landesausbilderpreis Baden-Württemberg für ihr Engagement im Bereich Ausbildung geehrt und Best-Practice-Beispiele sichtbar gemacht werden. Über das Portal gut-ausgebildet.de können Ausbilderinnen und Ausbilder nominiert werden oder sich selbst bewerben. Anmeldeschluss ist der 31. Januar. Der Preis wurde neu geschaffen; Ausrichter ist das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit Handwerk BW, dem BWIHK und dem Landesverband der Freien Berufe. „Mit dem Landesausbilderpreis, den wir im Mai 2025 zum ersten Mal vergeben werden, möchten wir Ausbilderinnen und Ausbildern, die sich mit ihrem Engagement in der beruflichen Bildung besonders hervorgetan haben, würdigen“, sagt Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. „Ausbilderinnen und Ausbilder, die bereits herausragende didaktisch und pädagogisch innovative Ausbildungsmethoden einsetzen, sollen als Best-Practice-Beispiele sichtbar werden und für ihre bisherige Leistung Anerkennung erhalten.“
Heizungstausch: noch sind die Fördertöpfe nicht leer
Die Förderungen für einen Heizungstausch im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) laufen in diesem Jahr noch weiter. Daran ändern auch der Bruch der Koalition und ein Führungswechsel im Finanzministerium nichts, da das Förderbudget vor dem Ampel-Aus beschlossen wurde und somit gesichert ist. Darauf weist der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (FVSHKBW) hin und bezieht sich hierbei auf Aussagen des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck
Kunden, die darüber nachdenken ihre Heizung in den kommenden Jahren zu modernisieren, sollten möglichst noch vor Jahresende einen Förderantrag einreichen, rät FV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker. So sei für die nächsten drei Jahre die attraktive Förderung gesichert. Becker geht davon aus, dass die Fördersituation wohl nie wieder so gut sein wird wie jetzt. Die Förderzusage bedeute nicht, dass unmittlerbar danach auch mit der Modernisierung begonen werden müsse, so Becker. Die Kunden hätten drei Jahre Zeit für die Umsetzung - zum Beispiel bei einem Einbau einer Wärmepumpe.
Neue Regierung - neue Regeln?
Neben der Haushaltssituation könnte sich die derzeitige Fördersituation auch mit einer neuen Bundesregierung schnell ändern. CDU und FDP haben bereits angekündigt, sowohl die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) als auch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wieder ändern oder gar abschaffen zu wollen. Über solche Wahlkampfdiskussionen zur Abschaffung des Heizungsgesetzes zeigt sich der Hauptgeschäftsführer verärgert: „Das führt nur zu weiterer Verunsicherung der Kunden und nicht zu mehr Klimaschutz. Wir brauchen in unserem Land eine gewisse Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen und kein ständiges Hin und Her“, kritisiert Becker, der eine vollständige Abschaffung des GEG für unrealistisch hält.
Trotz Koalitionsbruch: Förderungen für 2024 sind sicher
Hintergrund der Empfehlung der Heizungsexperten ist das Aus der Ampel-Koalition und der bislang nicht beschlossene Bundeshaushalt für 2025. Auch über das Jahr 2024 hinaus kann die Förderung weiterhin gelten - solange, bis das Budget erschöpft ist. Darauf hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck mehrfach hingewiesen.
Zuspruch für Energiewendetechnologien steigt
Die Energiewende kommt zunehmend in deutschen Haushalten voran. Fast jeder dritte - insgesamt 12,9 Millionen Haushalte - nutzt inzwischen mindestens eine Energiewendetechnologie. Das sind 2,9 Prozent oder 1,2 Millionen Haushalte mehr als 2023. Weitere sechs Prozent planen die Anschaffung einer solchen Technologie in den kommenden zwölf Monaten
Das sind Ergebnisse des KfW-Energiewendebarometers, für das KfW Research zwischen Dezember 2023 und April 2024 mehr als 6000 Haushalte in Deutschland befragen ließ. Zu den Energiewendetechnologien zählen Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Solarthermie-Anlagen, Batteriespeicher, Kraft-Wärme-Kopplungen, Holzpellet-Heizungen und Elektroautos. Unangefochtene Nummer 1 in deutschen Haushalten ist dabei die Photovoltaikanlage. Fast 15 Prozent der Haushalte haben bereits eine, im Vorjahr waren es rund 12 Prozent. Sehr dynamisch war die Entwicklung bei Batteriespeichern. Vor einem Jahr wurden sie von 3,7 Prozent der Haushalte genutzt, ein Jahr später schon von 6,7 Prozent.
Besonders viele Energiewendehaushalte gibt es in Süddeutschland. 41 Prozent nutzen dort eine der genannten Technologien. Besonders wenige sind es weiterhin in Ostdeutschland (24 Prozent). Allerdings steigen die Zahlen in allen Regionen des Landes merklich an.
Größter Hemmschuh sind zugleich finanzielle Restriktionen. 41 Prozent der Haushalte, die grundsätzlich offen für Energiewendetechnologien sind, berichteten, sich diese nicht leisten zu können. Die Spreizung bei der Nutzung moderner energetischer Technologien setzt sich fort: In der einkommensstärksten Gruppe der befragten Haushalte stieg der Anteil der Energiewender von 40 auf 49 Prozent, in der Gruppe der niedrigsten Einkommen verharrte er unverändert bei 19 Prozent. „Das ist auch insofern herausfordernd, als Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders von hohen Energiekosten betroffen sind und überdurchschnittlich oft in energetisch unvorteilhaften Gebäuden wohnen“, ordnet KfW-Ökonom Römer ein.
Heizkosten sinken – außer bei Fernwärme
Die Heizkosten in Deutschland sind im Jahr 2023 nach dem starken Anstieg während der Energiekrise teilweise wieder gesunken. Das zeigt der aktuelle Heizspiegel für Deutschland, herausgegeben von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Für die deutschlandweiten Vergleichswerte zum Heizen wurden über 140.000 Gebäudedaten ausgewertet.
Ein durchschnittlicher Haushalt im Mehrfamilienhaus (70m²-Wohnung) musste im Jahr 2023 für das Heizen mit Gas 1.330 Euro zahlen. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent (145 Euro) gegenüber dem Vorjahr. Auch die Heizkosten für Wärmepumpen (–28 Prozent), Holzpellets (–20 Prozent) und Heizöl (–19 Prozent) sind deutlich gesunken. Lediglich bei Fernwärme gab es eine Steigerung von 8 Prozent.
Nach wie vor sind die Heizkosten teils erheblich höher als vor der Energiekrise 2022. Heizen mit Wärmepumpen hingegen ist bereits heute deutlich günstiger als mit fossilen Alternativen.
Anstieg der Fernwärmekosten für 2024 zu erwarten
Für das Jahr 2024 prognostiziert der Heizspiegel eine weitere Entlastung bei den Heizkosten für Gas (–25 Prozent), Wärmepumpen (–18 Prozent), Holzpellets (–6 Prozent) und Heizöl (–4 Prozent). Eine Ausnahme bildet die Fernwärme: Hier werden die Kosten voraussichtlich um 21 Prozent steigen. Durch den Wegfall der Preisbremsen und höhere Energiepreise steigen die Fernwärmekosten deutlich. Unzureichende Regulierung und intransparente Preisgestaltung sind mögliche weitere Gründe für den deutlichen Anstieg.
90 Prozent der Haushalte können Kosten senken
Trotz der gesunkenen Energiepreise bleibt das Sparpotenzial beim Heizen hoch. 90 Prozent aller Haushalte können durch geändertes Verhalten und Modernisierungen Heizkosten sparen: in einem durchschnittlichen Haushalt bis zu 1.095 Euro im Jahr. Deutschlandweit sind Einsparungen von bis zu 21 Milliarden Euro und 46 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr möglich. Das entspricht über einem Drittel der deutschlandweiten Emissionen im Gebäudesektor.
Auf https://www.heizspiegel.de/ können Verbraucher ihren Heizenergieverbrauch und ihre Heizkosten prüfen und individuelle Spartipps erhalten. Dabei haben sie die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt durch das interaktive Online-Tool leiten zu lassen. Im vergangenen Jahr nutzten 170.000 Verbraucher den Heizspiegel, um sich beraten zu lassen.
Video-Vorstellung von www.waermeplanung-bw.de
Die Gesetze rund um den Einbau von Heizungsanlagen verunsichern viele Menschen. Sie wissen nicht genau, was zu tun ist. Gekoppelt an das Gebäudeenergiegesetz ist die Wärmeplanung: Jede Kommune muss einen Wärmeplan erstellen, der zeigt, welche Art von klimafreundlicher Heizung sie für welches Gebiet vorsieht.
Mit „www.waermeplanung-bw.de“ hat das Sanitär-Heizung-Klima Handwerk Baden-Württemberg ein neues Informationsangebot geschaffen. Was sich dahinter verbirgt und was man dort findet, erklärt ein kurzes Video. Das Tool sammelt und veröffentlicht alle Wärmepläne. Dort gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Wärmeplanung und zum Heizungstausch. Zudem findet man Links zu Gesetzen, Zeitungsartikeln, Ansprechpartnern. Mehr Infos: https://www.waermeplanung-bw.de
Unter Dach und Fach: ZVSHK tritt PV-Sicherheitsvereinbarung bei
Um die Sicherheit und den Arbeitsschutz bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern zu gewährleisten, haben im Frühjahr 2024 die Verbände ZVDH, ZVEH, BG BAU und BG ETEM eine richtungsweisende Branchen-Vereinbarung getroffen. Dieser ist jetzt auch der Zentralverband SHK beigetreten
Die Vereinbarung definiert wichtige Sicherheitsstandards für die Installation von PV-Anlagen für die Betriebe im Elektro-, Dachdecker- und nun auch Klempner-Handwerk. ZVSHK-Präsident Michael Hilpert erklärt dazu: „Klimafreundliche Heizungssysteme werden häufig in Kombination mit Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen eingebaut. Planung, Bau und Unterhaltung solcher Anlagen bilden die Kernkompetenz vieler SHK-Betriebe. Aus diesem Grund war uns wichtig, der Vereinbarung beizutreten und klarzustellen, dass die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren SHK-Betrieben oberste Priorität hat.“ Photovoltaik-Anlagen werden meist an hochgelegenen Orten montiert. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Absturzunfällen. „Außerdem erzeugen die Module beim Lichteinfall unmittelbar Strom. Bei unsachgemäßem Umgang besteht das Risiko eines elektrischen Schlags“, erklärt Jörg Botti, Hauptgeschäftsführer der BG ETEM: „Darum ist es wichtig, dass die Installateurinnen und Installateure sich auskennen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.“ Fortbildungskurse für das Klempner-Handwerk sollen zukünftig unter anderem in Kooperation mit den Bildungseinrichtungen der Elektrohandwerke angeboten werden. Der ZVSHK stellt sicher, dass die entsprechenden Schulungen angeboten werden und dass entsprechend über das Angebot informiert wird. Die Teilnahme an der Fortbildung stellt die grundlegende Voraussetzung für elektrotechnische Arbeiten bei der Montage der Photovoltaik-Module dar.
Infoabend Heizungstausch: Unsere Experten vor Ort
Der Klimaschutz und eine damit einhergehende Wärmewende sind mittlerweile in vielen Köpfen angekommen. Aber: Bei den meisten Menschen herrscht bei diesem Thema noch eine gewisse Ratlosigkeit. Die Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK will unter dem Titel "Wie gelingt der Heizungstausch?“ die Bürgerinnen und Bürgern umfassend informieren. Auch Experten der SHK Innung Karlsruhe - Bruchsal sind dabei. Morgen, am 24. September, werden ab 18 Uhr im Ständehaussaal (Stadtbibliothek) in Karlsruhe das Team Frank Jäger & Jochen Gartner & Claudia Zimmerling die Bürgerinnen und Bürger mit wertvollen Informationen versorgen und Fragen beantworten. Frank Jäger wird an diesem Abend einem Impulsvortrag zum Thema „Wärmepumpe“ halten. In der anschließenden Fragerunde werden dann beide Spezialisten - in ihrem jeweiligen Spezialgebiet - für weiterreichende Informationen zur Verfügung stehen. Der Veranstalter dieses Kooperations-Infoabends ist die Karlsruher Energie- und Klimaagentur KEK, die mit einigen Energieberatern vor Ort sein wird. Weitere Partner, wie auch die Handwerkskammer Karlsruhe, Vertreter der Stadt und der Stadtwerke sowie die Innungen der Schornsteinfeger und des Elektrohandwerks sind mit von der Partie.
Volle Kraft voraus - die German Craft Skills 2024
Die Leistungen des Handwerks zu würdigen und Vorzüge der betrieblichen Ausbildung in den öffentlichen Fokus zu rücken - das sind nur zwei Ziele des Leistungswettbewerbs "Deutsche Meisterschaft im Handwerk", der seit vergangenem Jahr German Craft Skills heißt. Der Wettbewerb findet jährlich in über 130 Gewerken statt.
Die diesjährige Deutsche Meisterschaft im Sanitär-Heizung-Klima Handwerk wird auf Bundesebene für die Anlagenmechaniker SHK und die Klempner vom 21.11. bis zum 23.11.2024 auf der Messe GET-Nord in Hamburg ausgetragen. Die Bundessieger der Behälter- und Apparatebauer sowie der Ofen- und Luftheizungsbauer werden – wie bisher – anhand der Gesellenprüfungsnoten ermittelt.
Zur Teilnahme berechtigt sind Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, die
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ihre Gesellenprüfung/Abschlussprüfung in der Zeit vom Winter des Vorjahres bis zum Sommer des Wettbewerbsjahres abgelegt haben (Prüfungsergebnisse, die nach dem Start der ersten Wettbewerbsebene vorliegen, zählen zum folgenden Wettbewerbsjahr),
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zum Zeitpunkt der Gesellen- bzw. Abschlussprüfung nicht älter als 27 Jahre sind, also das 28. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
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im Gesamtergebnis der Gesellenprüfung die Note "gut" (81 Punkte) erreicht haben.
Der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks will die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen des Handwerks sensibilisieren und begabte Lehrlinge in ihrer beruflichen Entwicklung fördern. Die Festveranstaltung zum Abschluss der Deutschen Meisterschaft im Handwerk, zu der die Erstplatzierten aus den jeweiligen Handwerksberufen eingeladen werden, wird vom ZDH ausgerichtet und findet am Samstag, dem 7. Dezember 2024, in Berlin statt.
Kräfte bündeln: "Die Gegner sitzen anderswo"
Die SHK Innung Karlsruhe - Bruchsal und die Elektroinnung Karlsruhe haben bereits im vergangenen Jahr ihre Zusammenarbeit verstärkt, jetzt geht es auch auf Landesebene voran: Das SHK- und das Elektrohandwerk Baden-Württemberg wollen zukünftig noch enger kooperieren. Gemeinsam will man die Veränderungen in der Haus- und Gebäudetechnik aktiv gestalten und sich gegen unfairen Wettbewerb durch kommunale Unternehmen sowie gegen neue Mitbewerber wehren
Politisch betrachten es die Fachverbände Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg (FVEITBW) sowie Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg (FVSHKBW) mit großer Sorge, wie kommunale Energieversorger und Stadtwerke das bestehende Gemeindewirtschaftsrecht unterlaufen und in den Markt für Gebäudetechnik drängen. Die beiden Verbände vertreten die Interessen von mehr als 10.600 Betrieben mit mehr als 110.000 Beschäftigten und gut 15 Milliarden Euro Umsatz in Baden-Württemberg.
Entgegen ihrem ursprünglichen Gedanken bieten öffentliche Versorger zunehmend Dienstleistungen an, die Fachbetriebe genauso gut und im Sinne ihrer Kunden übernehmen können. Damit schaden diese kommunal getragenen Unternehmen dem ortsansässigen Handwerk, das durch Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie seine Gewerbesteuerzahlungen im ganzen Land dafür sorgt, dass die Kommunen außerhalb der Ballungsräume für Menschen attraktiv und lebenswert bleiben, stellten die beiden Fachverbände bei ihrer Sitzung im Sommer fest.
Kommunen fokussieren sich auf Eigeninteressen
„Die Information der Gemeinderäte erfolgt hier oft einseitig durch Verwaltung oder Stadtwerke mit Eigeninteressen“, mahnt Thomas Bürkle, Präsident des Fachverbands Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg. „Hier müssen wir über Wechselwirkungen mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Steuerzahlungen und Personalabwerbungen besser aufklären“.
"Die Gegener sitzen anderswo", heißt es in einer Pressemitteilung des Elektrofachverbandes und verweist auf die kommunale Wärmeplanung, Beide Verbände bemängeln, dass die Kommunen ihre eigenen Interessen unter dem Deckmantel des Klimaschutzes voranstellen. „Politik, Kommunen und deren Spitzenverbände müssen aufhören, die Verbraucher zu verunsichern, indem sie die kommunale Wärmeplanung instrumentalisieren, um Verbraucher vom Heizungstausch abzuhalten“, warnt Stefan Menrath, Vorsitzender des Fachverbandes SHK Baden-Württemberg. „Ein Wärmeplan ist keine Wärmenetzplanung. Ein Wärmeplan hindert niemanden daran, effiziente Heizungsanlagen einzubauen, wie Wärmepumpen, mit PV kombinierte Stromdirektheizungen, Holzheizungen sowie Wärmepumpen-Hybridheizungen.“
Kapazitäten für Wärmenetze fehlen
Bei der Erstellung der Wärmeplanung mahnt Menrath mehr Realismus an, welche Potenziale Wärmenetze haben. „Die Ausweisung von Eignungsgebieten hat mit der realistischen Umsetzung oft wenig zu tun. Es fehlen schlicht die Kapazitäten, Wärmenetze in diesen Dimensionen zu planen, zu bauen und vor allem zu finanzieren. Wenn aber wiederum zukünftige Stromnetze auf Basis von illusorischer Wärmeplanung geplant werden, können nur falsche Dimensionierungen rauskommen – zu Lasten der Kunden“.
Gemeinsam gegen doppelte Bürokratie
Das wollen die beiden Fachverbände besser machen, indem sie ihre SHK- und Elektro-Mitgliedsbetriebe vor Ort dabei unterstützen, zusammenzuarbeiten. So beschlossen die beiden Vorstände gemeinsam ein Musterformular Wärmepumpe SHK/Elektro. Die vierseitige Checkliste erleichtert beiden Gewerken die Koordination beim Einbau von Wärmepumpen. Gerade weil immer mehr Gebäudetechnik steuerbar wird, wie Wallboxen, Photovoltaik-Anlagen oder Stromspeicher, gewinnen eine gute Planung und Klarheit in der Arbeitsteilung an Bedeutung. So verhindern Elektro- und SHK-Handwerk gemeinsam Unklarheiten oder doppelte Bürokratie. Die Kunden erhalten frühzeitig Klarheit über die Kosten, wenn beispielsweise die neue Wärmepumpe es erfordert, den Zählerschrank auszutauschen.
Heizungsförderung: KfW erweitert ihr Angebot
Seit Ende August kann nun auch eine dritte Gruppe von den Heizungsförderungen der KfW profitieren: jetzt können Unternehmen für Wohn- und Nichtwohngebäude, Eigentümer von vermieteten Einfamilienhäusern sowie Kommunen beim Heizungsumbau gefördert werden. Damit schließt die KfW eine Lücke in ihrem Portfolio
Die KfW bietet verschiedene Förderoptionen an: Private Eigentümer, darunter Selbstnutzer und Vermieter von Einfamilienhäusern sowie Eigentümer in WEGs, können eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erhalten. Zusätzlich gibt es Boni wie einen Bonus von fünf Prozent für effiziente Wärmepumpen, einen Klimageschwindigkeitsbonus von derzeit noch 20 Prozent und einen Einkommensbonus von bis zu 30 Prozent. Insgesamt kann der Förderzuschuss so auf bis zu 70 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten steigen. Ein pauschaler Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro bei Biomasseheizungen ist ebenfalls möglich.
35 Prozent für Firmen
Für Unternehmen, die in Wohn- oder Nichtwohngebäude investieren, bietet die KfW eine Grundförderung von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten an. Diese setzt sich aus einer Basisförderung von 30 Prozent und einem möglichen Effizienzbonus von fünf Prozent zusammen. Auch hier ist der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro verfügbar. Die maximale Höhe der förderfähigen Kosten variiert je nach Gebäudegröße, bei Wohngebäuden hängt sie von der Anzahl der Wohneinheiten ab, bei Nichtwohngebäuden von der Nettogrundfläche. Zusätzlich bietet die KfW zinsgünstige Ergänzungskredite für Wohn- und Nichtwohngebäude an. Diese Kredite können über Banken und Sparkassen beantragt werden und unterstützen die Finanzierung der Heizungsmodernisierung.
Kommunen können Mittel reseervieren
Auch Kommunen können Projekte zum Heizungsaustausch in Wohn- und Nichtwohngebäuden durchführen. Für sie gibt es eine Übergangsregelung, bei der Fördermittel reserviert werden können. Die Anbindung der Kommunen an das Online-Kundenportal der KfW ist für Ende November 2024 geplant. Die Nachweise für die Auszahlung der Heizungszuschüsse können, gestaffelt nach Antragstellergruppen, etwa sechs Monate nach Start der jeweiligen Antragstellung eingereicht werden. Die erste Antragstellergruppe, die seit Februar Anträge stellt, kann ihre Unterlagen ab dem 30. September 2024 digital einreichen.
Bislang über 90.000 Zusagen im Wert von 1,3 Milliarden Euro
Seit dem Förderstart am 27. Februar 2024 wurden rund 93.000 Zuschusszusagen mit einem Volumen von rund 1,3 Milliarden Euro erteilt. Die hohe Nachfrage zeigt laut KfW das große Interesse an der Förderung und den wichtigen Schritt in Richtung einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung. Hausbesitzer sollten diese Fördermöglichkeiten nutzen, um sowohl die Umwelt zu schonen als auch die Energiekosten langfristig zu senken. Ein wesentlicher Teil der Förderung ist die Beantragung über das Online-Kundenportal der KfW. Bei vollständigen Unterlagen und förderfähigen Projekten erfolgt die Zusage der Mittel in der Regel laut KfW digital und automatisiert innerhalb weniger Minuten. Dies ermöglicht eine schnelle Planungssicherheit für Hausbesitzer und Unternehmen.
dena-Bericht beleuchtet soziale Aspekte der Energiewende
Über drei Millionen Haushalte sind durch Heizkosten stark belastet. Das zeigt der Bericht „Soziale Aspekte der Gebäude-Energiewende“, der für das dena-Projekts "Gebäudeforum klimaneutral" erstellt wurde. Da sich laut dena Öl und Gas ab 2027 verteuern werden, seien Sanierungen von Gebäudehüllen und der Wechsel zu erneuerbaren Energien sinnvoll
Nicht nur die Mieten steigen, auch die Energiekosten kennen in Deutschland nur einen Trend: nach oben. Der Anteil der Haushalte, die ihre Wohnung nur unzureichend beheizen können ,soll sich laut dena-Bericht innerhalb von nur zwei Jahren mehr als verdoppelt haben - von 3,3 Prozent 2021 auf über acht Prozent im vergangenen Jahr. Der Bericht zeigt auch auf, wie viele Haushalte in Deutschland von den hohen Heizkosten besonders betroffen sind. Das an dem Bericht beteiligte Öko-Institut hat zudem mittels Indikator definiert, wer in Sachen Ausgaben fürs Heizen als benachteiligt gilt. Das sind von den insgesamt rund 43 Millionen Haushalten in Deutschland 3,1 Millionen. Zu diesen zählen alle Haushalte, die in einer Wohnung mit einem Energieverbrauch von mehr als 180 kWh pro Quadratmeter leben und zudem in der unteren Einkommenshälfte angesiedelt sind. Dadurch fällt ihr Anteil der Gesamtausgaben für Wärme gemessen am Einkommen höher aus. Laut den analysiserten Daten gehört fast jeder siebte Haushalt in mittleren Einkommensschichten zu dieser Gruppe.
Hohe Kosten für Mieter und Eigentümer
Diese Belastung betrifft sowohl Mieterinnen und Mieter als auch Eigentümer von Wohnungen und Häusern, heißt es in dem Bericht weiter. Beim Thema soziale Gerechtigkeit macht die Studie folgende Rechnung auf: Für Mieter setzen sich die direkten Ausgaben aus Heizkosten plus Kaltmiete zusammen, für Eigentümer können das zusätzlich Kreditbelastungen, auf jeden Fall schlagen aber Instandhaltungen und andere laufende Ausgaben (wie von Städten, Kommunen und kommunalen Energieversorgern) zu Buche. Im Durchschnitt gäben Mieter mit niedrigem Einkommen etwa 32 Prozent ihres Einkommens für Wohnkosten aus, im Vergleich zu etwa 14 Prozent bei Haushalten mit hohem Einkommen. Bei Eigentümern mit geringen Einkommen liege der Wohnkostenanteil bei 18 Prozent, während er bei Haushalten mit hohem Einkommen nur 13 Prozent betrage.
Fossile Energien werden teurer
Die Kosten für das Heizen mit Gas und Öl werden in den kommenden Jahren stetig steigen, so dena weiter. Dies sei auf den nationalen Brennstoffemissionshandel und das EU-Emissionshandelssystem II zurückzuführen, das fossile Energieträger ab 2027 verteuern werde. Demzufolge lohne sich eine energetische Sanierung von Gebäudehüllen und der Wechsel zum Heizen mit den sogenannten erneuerbaren Energien. Und das umso mehr, je früher sie umgesetzt würden. Besonders attraktiv sei das durch staatliche Förderungen.
Insgesamt betrugen die Summen für Wohnungen bzw. Häuser einschließlich der Heizkosten im Jahr 2023 20,4 Mrd. Euro. Schätzungsweise ein Viertel davon seien für die Wärmeenergiekosten aufgewendet worden. Wenn diese durch Effizienzsteigerungen bei Gebäuden oder andere Einsparmaßnahmen um 20 Prozent sinken würden, könnten alut dem Bericht bis zu eine Milliarde Euro anderweitig investiert werden.
Weitere Informationen: www.dena.de; www.gebaudeforum.de
Mit dem Titel „Moderne Technik für die erneuerbare Holzwärme“ hat die Initiative Holzwärme ein neues Factsheet veröffentlicht. Darin finden Verbraucher und Fachleute alles Wissenswerte rund um gesetzliche Vorgaben und technische Lösungen in Sachen Holzheiztechnik
Die Initiative Holzwärme ist eine Allianz von Fachverbänden, zu der neben BDH, DEPV und ZIV auch der ZVSHK gehört. Dren Ziel ist es die Bedeutung der erneuerbaren Holzwärme für das Erreichen der Klimaziele Deutschlands in den Fokus zu rücken. „Mit einem Anteil von zwei Dritteln an der erneuerbaren Energie im Gebäudebereich spielt Holz eine zentrale Rolle“, erklärt Andreas Lücke, Sprecher der Initiative. Zu den im Factsheet dargestellten Holztechniklösungen zählen Einzelraumfeuerstätten, Holzzentralheizungen sowie hybride Heizsysteme, also etwa die Kombination einer Wärmepumpe mit einer Holzfeuerstätte.
Die gesetzliche Grundlage für das Tauschen veralteter Anlagen bildet die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. „Die Hersteller haben mit erheblichen Investitionen und großer Innovationskraft Produkte entwickelt, die im Vergleich zu anderen europäischen Regelungen sehr anspruchsvollen gesetzlichen Anforderungen entsprechen“, betont Christiane Wodtke, Vorsitzende des Lenkungskreises der Initiative Holzwärme.
So lässt sich mit modernen Holzheizanlagen die Effizienz gegenüber veralteter Technik um bis zu 100 % steigern. Emissionen liessen sich laut der Initiative um bis zu 90 % reduzieren. Das machen unter anderem auch Partikelabscheider möglich. Die Bundesregierung fördert im Bereich der Holzzentralheizungen den Einsatz dieser Technologie mit einem Zuschuss.
Das vierseitige Factsheet liefert Argumente für die Kundenberatung über erneuerbare Holzheiztechnik. Es steht auf der Webseite der Initiative Holzwärme kostenlos zur Verfügung: www.holzwaerme.info
Der Doppelwumms: Photovoltaik-Programme fürs Ländle
Das Land Baden-Württemberg gilt seit langem als Vorreiter in Sachen Energiewende - bis 20240 will es klimaneutral sein und hat im vergangenen Jahr als erstes Bundesland ein Förderprogramm für Photovoltaikanlagen auf Bestandsparkplätzen initiiert. Jetzt legt das Musterländle mit einem attraktiven Programm noch eins drauf
Unter dem Namen "Flächen doppelt nutzen - Photovoltaik an Mobilitätsinfrastrukturen" wurde ein vier Millionen Euro starkes Nachfolgeprogramm ins Leben gerufen. Laut einer Mitteilung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft werden zukünftig PV-Anlagen insbesondere auf solchen Flächen gefördert, die bislang anderweitig genutzt werden. Das Programm beinhaltet drei Fördermodule: Photovoltaik an Lärmschutzwänden, Photovoltaik-Überdachungen von Stellplätzen für Fahrräder sowie von bestehenden öffentlichen Wegen und zudem Photovoltaik an Schieneninfrastrukturen wie z. B. Haltestellenüberdachungen. Das Umweltministerium möchte nach eigenen Angaben zufolge mit dem Förderprogramm insbesondere einen Anreiz bieten, innovative Ansätze sowie modellhafte Projekte umzusetzen. "Entsprechend fließen diese Kriterien in die Bewertung der Anträge mit ein", heißt es in der Mitteilung.
Neben der PV-Anlage selbst und deren technischer Ausstattung werden auch andere notwendige Bauteile, wie etwas Befestigungen, Stützpfeiler oder Fundamente gefördert. Die zu installierende Leistung muss mindestens 100 Kilowatt betragen. Die maximale Zuwendung durch das Land liegt bei maximal 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben: die Förderobergrenze beträgt 300.000 Euro. Wichtig: Jeder Antragsteller kann höchstens zwei Anträge pro Fördermodul und nicht mehr als drei Anträge insgesamt einreichen.
Das Programm richtet sich an Unternehmen, rechtsfähige Personengesellschaften sowie juristische Personen des privaten Rechts, an juristische Personen des öffentlichen Rechts wie insbesondere Kommunen sowie an Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Die Projekte müssen noch in diesem Jahr begonnen und bis zum 30. November 2025 beendet werden. Anträge sind ab sofort bis zum 10. Oktober 2024 möglich.
Weitere Informationen: Förderprogramm PV an Mobilitätsinfrastrukturen: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (baden-wuerttemberg.de)
Aus alt mach neu: Dena-Registrierung beim Heizungstausch erforderlich
Seit heute können Eigentümer und Eigentümerinnen von privat genutzten Häusern ihre Förderanträge für den Heizungstausch bei der KfW stellen. Um eine Förderung beantragen zu können, benötigen sie die Bestätigung zum Antrag (BzA). Sie wird vom Fachbetrieb ausgestellt. Für die SHK-Betriebe, die ihre Kundinnen und Kunden bei dem Vorhaben begleiten, bedeutet das: sie müssen sich bei der Dena registrieren
Seit Jahresbeginn ist es Pflicht: Fachbetriebe müssen Förderanträge zur Heizungstechnik bzw -optimierung begleiten. Das sieht die seit 2021 geltende BEG - Bundesförderung für effiziente Gebäude - vor. Bislang konnten auch Privatpersonen technische Daten in die Förderformulare eintragen. Das gilt nicht mehr. Die neue Regelung löst die bis dato geltende Fachunternehmererklärung ab. Mit dem Procedere soll erreicht werden die Antragstellung zu beschleunigen, da beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und der KfW die Verfahren automatisiert werden. Um einen reiblungslosen Ablauf zu gewährleisten, wird empfohlen sich schnellstmöglich zu registrieren. Einzige Ausnahme: Für Handwerksbetriebe, die schon unter www.energie-effizienz-experten.de gelistet sind, entfällt die Registrierung.
Die Registrierung erfolgt einmalig unter fachunternehmen.energie-effizienz-experten.de. Benötigt werden die Kontaktdaten des Unternehmens mit der Email-Adresse und einer Telefonnummer, der Name des Betriebs und die Betriebsnummer der Handwerkskarte. Anschließend erhält der Betrieb eine Online-ID. Die Antragstellung selbst läuft wie zuvor über den Hauseigentümer, er muss lediglich die BzA-ID im Online-Prüftool der KfW bzw. die TPB-ID in den Online-Formularen des BAFA angeben, welche vom registrierten Fachunternehmen zuvor erstellt wurde. Außerdem wichtig: wer Einzelmaßnahmen im Bereich der Heizungstechnik begleitet, benötigt einen Zugang zum Prüftool der KfW. Dort werden alle relevanten Angaben zur geplanten Maßnahme erfasst. Zudem hat die KfW auf ihrer Webseite Arbeitshilfen für die Produkte der Bundesförderung für effiziente Gebäude zusammengestellt, die die Kundenbetreuung erleichtern sollen. Mehr dazu gibt es hier: www.kfw.de/partner/KfW-Partnerportal/Architekten-Bauingenieure-Energieberater/Arbeitshilfen-Service/
Wärmekarte soll Planung bei der Energiewende erleichtern
Die Energiewende nimmt an Fahrt auf. Jetzt hat der Energieversorger E.ON gemeinsam mit Bundesbauministerin Klara Geywitz eine digitale Wärmekarte für Deutschland vorgestellt. Sie zeigt den Stand der Wärmeversorgung in allen rund 30.000 Postleitzahlgebieten Deutschlands
Die Wärmekarte ist ein frei zugängliches Instrument und soll den Einstieg in die kommunale Wärmeplanung vereinfachen: Kommunen, Bürger und Fachplaner haben so erstmals die Möglichkeit, sich einen Überblick über den Status Quo der Wärmewende vor Ort zu verschaffen, so die Macher der Karte. Sie zeigt auf einen Blick den Wärmebedarf, die Emissionen, die Verteilung der Heiztechnologien und die Sanierungsraten im Gebäudebestand an. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral heizen, in Baden-Württemberg soll das sogar bereits 2040 der Fall sein. Heute werden laut BMWK noch mehr als 80 Prozent des Wärmebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt.
Die Karte gibt es hier: https://www.eon.com/de/c/waermewende/waermekarte.html
