Runter vom Gas… Der hydraulische Abgleich

Energie sparen: Das sollen, wollen und können wir. Aber wie? Eine Maßnahme, um Heizkosten zu senken, ist der hydraulische Abgleich. Klingt nach viel Technik-Knowhow, ist aber trotzdem kein Buch mit sieben Siegeln!

Für die Kampagne #CleverLÄND hat unser SHK-Mitglied Frank Jäger, Geschäftsführer und Eigentümer der Firma Jäger Haustechnik in Karlsruhe sowie Obmann Sanitär |Heizung beim Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg, ein kleines Erklärvideo gemacht: https://cloud.landbw.de/index.php/s/TJNPYH9qqSZonLS/authenticate/showShare

Aber in nicht mal zwei Minuten ist so ein Thema eben nur kurz angerissen. Deshalb hat sich Frank Jäger die Zeit genommen, um diese sehr effektive Maßnahme genau zu erklären.

Herr Jäger, der hydraulische Abgleich ist eine von vielen Stellschrauben, um Heizenergie zu sparen – wieviel Prozent weniger können das im Durchschnitt sein?

Da sind durchaus bis zu zehn Prozent möglich. Das hängt aber schlussendlich vom Verbraucher ab. 

Über welche Summen sprechen wir da - zum Beispiel beim klassischen Einfamilienhaus?

Angenommen der aktuelle Gasverbrauch liegt bei 20.000 kWh, dann könnte der Kunde bis zu 2.000 kWh Gas sparen. Wenn wir das jetzt mit dem aktuellen Gaspreis von 19,5 Cent pro kWh hochrechnen, den die Stadtwerke Karlsruhe ab Oktober aufrufen, ist das eine Einsparung von 390 Euro pro Jahr.

Wann nehmen Sie den hydraulischen Abgleich vor?

Wenn im Haus keine gleichmäßige Wärmeverteilung vorhanden ist: Der Heizkörper im Erdgeschoss bringt schnell Wärme, der im Dachgeschoss lässt auf sich warten. Oder ein Zimmer wird nicht richtig warm, obwohl der Heizkörper oberflächlich warm ist. Andere Räume hingegen sind zu warm.

Das ist ein entscheidendes Indiz dafür, dass die Wärmeverteilung nicht sauber einreguliert ist. Das regelt der hydraulische Abgleich: Er gleicht das komplette Heizsystem ab und sorgt dafür, dass alle Heizkörper gleichmäßig warm werden und zudem jeder Heizkörper die Wärme liefert, die er bringen muss, um den Raum zu erwärmen.

In dem Moment kommt der Fachmann, beispielsweise Sie, ins Spiel. Was machen Sie dann genau?

Im ersten Schritt wird das Gebäude vor Ort anhand von vorhandenen Plänen aufgenommen und dokumentiert, wo welche Heizkörper vorhanden sind. Sollten, das kann bei älteren Häusern der Fall sein, keine oder unvollständige Pläne da sein, wird das etwas aufwändiger. In unserem Betrieb rechnen wir das Haus nach und kalkulieren, welche Wärmeleistung jedes Zimmer am kältesten Tag des Jahres braucht. Gleichzeitig ermitteln wir, welche Heizleistung die Heizkörper oder auch die Fußbodenheizungen haben und mit welcher Energiemenge, also Heizungswasser, sie versorgt werden müssen. Im zweiten Schritt wird vor Ort an jedem Heizelement die benötigte Wassermenge eingestellt. Dazu müssen an jedem Heizkörper bzw. der Fußbodenheizung einstellbare Thermostatventile vorhanden sein. Ist das nicht der Fall, werden sie nachgerüstet. Zum Schluss werden alle Einstellungen an der Regelung des Kessels überprüft, die Heizungspumpe richtig eingestellt und das war’s! Denn ein hydraulischer Abgleich wird nur einmal gemacht. Das System muss nicht vor jeder Heizperiode neu justiert werden.

Wie lange dauert das?

Das hängt davon ab, wie groß der Umrüstaufwand ist. Bleiben wir beim Einfamilienhaus: Der erste Termin vor Ort dauert ein bis zwei Stunden, der zweite Termin kann in knapp einer Stunde über die Bühne gehen. Müssen aber noch 15 Thermostatventile ausgetauscht werden, dann kann das schon mal einen knappen Tag dauern.

Ist bei einer Fußbodenheizung mit demselben Aufwand zu rechnen?

Bei der Berechnung gibt es keinen Unterschied zu Gebäuden mit herkömmlichen Heizkörpern. Beim zweiten Schritt haben wir in der Praxis aber auch die Situation, dass dort alte, nicht einstellbare Verteiler vorhanden sein können. Die werden ausgetauscht. Der Aufwand ist derselbe wie bei klassischen Heizkörpern.

Wie ist das eigentlich, wenn Sie bei älteren Gebäuden auf sogenannte Einrohrsysteme treffen, wenn also Zulauf und Ablauf von Heizungswasser nur über ein Rohr erfolgen?

Einrohrheizungen gibt es immer noch – die verschwinden nicht. Die abzugleichen ist etwas gänzlich Anderes. Die Berechnung ist zwar ähnlich, aber wir müssen in diesem Fall die einzelnen Heiz-Kreise miteinander abgleichen: Ich kann also nicht – wie beim Zweirohrsystem – die Heizkörper miteinander abgleichen. Wenn im Haus ein zentraler Verteiler vorhanden ist, an dem die Einrohrsysteme abgehen bzw. ankommen, lassen sich dort recht problemlos die Ventile einbauen. Der Kostenaufwand für die Aufrüstung ist aber doch etwas höher. Wenn wir allerdings – auch das gibt es – an den Verteiler und die Rohre nicht herankommen, weil das Ganze in der Wand verbaut ist, dann ist kein hydraulischer Abgleich möglich.

Sie haben über den Kostenaufwand gesprochen, können Sie ein paar Zahlen nennen?

Nehmen wir der Einfachheit halber das erwähnte Einfamilienhaus: Die Berechnung liegt nach Gebäudeart, Umfang und Größe ungefähr zwischen 400 und 800 Euro. Bei der Umsetzung hängen die Kosten vom Aufwand ab: Ist zusätzlich der Austausch von Thermostatventilen notwendig, kann dieser durchaus rund 2.000 Euro kosten. Grob gesagt: Insgesamt liegen wir beim hydraulischen Abgleich – Berechnung und Einstellung – in einem Rahmen zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Wenn man dieses Geld sparen möchte, kann man den hydraulischen Abgleich auch selbst vornehmen?

Naja, ich schätze mal, dass es schon bei der Berechnung für den Laien ziemlich schwierig wird. Wenn ein versierter Handwerker dabei ist, der im Anschluss die Thermostatventile austauscht bzw. einstellt, die vom Fachmann vorgegeben sind, dann ginge das theoretisch. Dazu kommt, dass der hydraulische Abgleich entsprechend dokumentiert und vom Fachbetrieb abgestempelt wird. Dazu gibt es ein Formblatt, das man vorlegen muss, wenn es zum Beispiel um eine Förderung geht.

Förderung - ein sehr gutes Stichwort…

Die ganze Optimierung der Heizungsanlage, und darunter fällt ja auch der hydraulische Abgleich, wird vom Staat mit 15 Prozent gefördert. Das gilt auch für den Austausch von einzelnen Heizkörpern, von Thermostatventilen, Nachrüstung von Regelsystemen bei Fußbodenheizungen oder auch kleine Smart-Home-Lösungen für das Heizungssegment. Wenn es dann noch einen Sanierungsfahrplan von einem Energieberater gibt, dann gibt es von Vater Staat nochmal fünf Prozent obendrauf.

Wie können Sie als Fachmann in Sachen Förderung helfen?

Wir als Heizungsfachleute unterstützen beim Beantragen der Förderung. Wir zeigen den Kunden auf, welche Möglichkeiten der Energieoptimierung und welche Förderungen es gibt. Das können wir auch in Vollmacht tun. Das heißt: Wir übernehmen für den Kunden den ganzen Aufwand und erarbeiten mit den Kunden die bestmöglichen Lösungen.

Mal abgesehen vom hydraulischen Abgleich: Was können Mieter oder Eigentümer generell tun, um möglichst effizient Heizkosten zu sparen ohne sich, Entschuldigung, im Winter den Allerwertesten abzufrieren?

Grundsätzlich sollte jeder Kunde sein Heizverhalten in Frage stellen. Müssen Fenster zum Beispiel dauerhaft gekippt sein, wenn doch die Stoßlüftung die bessere Alternative ist? Oder:  Sollte ich nicht nur die Räume beheizen, die ich auch benutze und in anderen Zimmern die Temperatur absenken? Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart Energie – dass wissen wir alle.  Man muss daraus ja keine körperliche Grenzerfahrung machen…

Dann gibt es noch die Option beim Verlassen des Hauses die Heizkörper herunterzuregulieren und sie erst beim Nachhausekommen wieder hochzudrehen. Dabei sollte der Verbraucher die Temperatur nicht zu weit absenken, denn an sehr kalten Tagen dauert es länger, bis es daheim wieder warm wird.  Tipp: Den Thermostatknauf von Stufe drei auf zwei drehen, wenn man zur Arbeit geht und beim Nachhausekommen wieder auf drei stellen – das hilft schon!  Nebenbei bemerkt: Es bringt kaum etwas auf Stufe fünf, sozusagen ‚volle Pulle‘, hochzuheizen: Das kostet mehr Geld, geht aber nicht wesentlich schneller.  Ein weiterer Tipp: Große, bodentiefe Fenster bringen einen gewissen Wärmeverlust mit sich. Also: Beim Verlassen des Hauses und vor dem Schlafengehen einfach die Rollläden herunterlassen.

Ein wortwörtlich heißer Punkt ist das Thema Warmwasser. Man kann, wenn diese Energie nicht gebraucht wird, die Temperatur absenken, die Zirkulationspumpen abstellen oder Bereitungszeiten für Warmwasser verändern. Aber – und das ist sehr wichtig: Hier kann es zu einem Hygieneproblem durch Legionellen kommen.

In einem Ein- oder Zweifamilienhaus gibt es dahingehend keine gesetzliche Vorschriften, ab drei Parteien im Haus sieht das der Gesetzgeber aber so: Sicherung der Hygiene geht vor Energieeinsparung. Auf jeden Fall sollte man das Thema Warmwasserbereitung mit sehr viel Bedacht angehen. Ein Heizungsfachmann hilft da weiter und damit ist der Kunde auf der sicheren Seite.

  • Der hydraulische Abgleich wird nur einmal gemacht.
  • Welche Primärenergie (Gas, Öl, Pellets etc.) zum Heizen benutzt wird, ist nicht wichtig. Es geht darum, den Volumenstrom des Wasser im Heizsystem abzugleichen.
  • Der hydraulische Abgleich ist auch bei Fußbodenheizungen und zum Teil auch bei Einrohrsystemen möglich.
  • Die Energieeinsparung nach einem hydraulischen Abgleich kann bis zu zehn Prozent betragen.
  • Die Kosten berechnen sich nach dem Aufwand: im Schnitt sind es zwischen 2.000 und 3.000 Euro.
  • Für die Optimierung der Heizungsanlage gibt es vom Staat eine Förderung von 15 Prozent der Kosten.
  • Der Heizungsfachmann der SHK Innung Karlsruhe – Bruchsal hilft bei Förderanträgen, Optimierungslösungen für die Heizungsanlage und gibt weitere wertvolle Tipps zur Energieeinsparung.

Das weltpolitische Geschehen infolge des Ukraine-Kriegs hat in Deutschland für Verunsicherung hinsichtlich der Versorgung mit Heizenergie geführt. Dies gilt insbesondere für Heizungsanlagen, die mit Öl und Erdgas betrieben werden. Nach­ dem die Gaslieferungen aus Russland über die Nord-Stream-­1­-Leitung stark reduziert wurden und das Preisniveau am Gasmarkt auf einem hohen Niveau ist, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt.

Bundeswirtschaftsminister Habeck hat alle Verbraucherinnen und Verbraucher – sowohl in der Industrie, in öffentlichen Einrichtungen wie in den Privathaushalten – aufgerufen, den Gasverbrauch möglichst weiter zu reduzieren, damit Deutschland über den Winter kommt.

Zur Beruhigung vorweg: Ihre Wärmeversorgung ist akut nicht gefährdet. Gleichwohl macht es Sinn, jetzt alle Einsparmöglichkeiten zu nutzen, denn erstens braucht es Zeit, die Abhängigkeit Deutschlands von russischen Importen zu reduzieren und zweitens steigen die Energiepreise gerade exorbitant. Es geht also auch darum, dass die Heizkosten bezahlbar bleiben.

Tipps zur schnellen Verbrauchsreduktion für Hausbewohner

Was kann ich sofort tun, um Kosten zu sparen?

Hausbewohner/Verbraucher können bereits durch umsichtiges Verhalten viel Heizenergie einsparen und damit ihren Geldbeutel und die Umwelt schonen, z. B. durch folgende Maßnahmen:

  • Senken Sie die Raumtemperatur um 1˚C und sparen Sie bis zu sechs Prozent Heizenergie. Reduzieren Sie geringfügig die Raumtemperatur bei Abwesenheit und während der Nacht ohne jedoch die Räume auskühlen zu lassen. Das geht bequem mit programmierbaren Heizkörperthermostaten. Den Unterschied werden Sie auf Ihrer Heizkostenabrechnung bemerken.
  • Selten genutzte Räume sollten nur ausreichend temperiert werden.
  • Verwenden Sie beim Duschen Sparduschköpfe oder Durchflussbegrenzer und reduzieren Sie damit Ihren Warmwasserverbrauch. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf das Baden und waschen Sie Ihre Hände mit kaltem Wasser.
  • Setzen Sie auf neue LED-Lampen und energieeffiziente Elektrogeräte. Damit lassen sich die Stromkosten (indirekt auch der Gasverbrauch) deutlich senken.
  • Entlüften Sie bei „Glucksgeräuschen“ Ihre Heizkörper oder lassen Sie diese entlüften und den Anlagendruck kontrollieren.
  • Lüften Sie richtig im Winter (Stoßlüftung statt Dauerlüften).
  • Undichte Fenster verursachen Wärmeverluste. Fehlende oder schadhafte Fensterdichtungen können ein Grund sein. Lassen Sie undichte Fenster prüfen und fachgerecht instandsetzen.
  • Schließen Sie nachts die Rollläden. Tagsüber kann solare Einstrahlung durch Fenster für Wär­megewinne genutzt werden.

Tipps zur Optimierung der Heizanlage für Hausbesitzer

Was kann ich langfristig tun, um Kosten zu sparen?

Lassen Sie umgehend eine umfassende Wartung – gegebenenfalls einschließlich einer Reini­gung – des Wärmeerzeugers zur Wirkungsgradoptimierung (Abgastemperatur, Abstrahlverluste usw.) durchführen und – sofern bislang nicht dokumentiert – einen hydraulischen Abgleich im bestehenden Heizsystem durchführen. Bis zu 15 Prozent Einsparung sind möglich. Lassen Sie sich in dem Zusammenhang von Ihrem Fachhandwerksbetrieb für Sanitär, Heizung, Klima (SHK) zu sinnvol­len Modernisierungsmaßnahmen beraten. Er ist der fachkompetente Ansprechpartner für Fragen und Beratungen rund um energiesparende Heizungstechnik und ihre Förderung. Die nachfolgenden, niedrigschwelligen und oft nur gering-investiven Optimierungs- und Modernisierungsvorschläge können als Leitfaden für die Erstberatung dienen. Für viele Maßnahmen ist eine attraktive finanzielle Förderung möglich.

1. Heizanlagentechnik

Leitfaden für die Erstberatung bei Ihrem SHK-Fachbetrieb

Lassen Sie den Brennwertbetrieb bei Ihrer Öl-/Gas-Brennwertheizung überprüfen. Gegebenenfalls wird der SHK-Fachbetrieb einen hydraulischen Abgleich und/oder die Optimierung der Heizkurve empfehlen.

Eine neue Heizungs- und Zirkulationspumpe kann Wunder wirken. Lassen Sie sich dazu beraten. Die Pumpen sollten die zum Zeitpunkt des Einbaus geltenden Anforderungen der Ökodesign-Richtlinie an den Energieeffizienzindex einhalten, um förderfähig zu sein.

  • Lassen Sie den Wärmeerzeuger auf eine mögliche Überdimensionierung prüfen und lassen Sie sich zur Modernisierung der Heizungsanlage möglichst unter Nutzung erneuerbarer Energien beraten.
  • Informationen zu Fördermöglichkeiten für energiesparende Maßnahmen und Heizungsmodernisierungen sind unter https://intelligent-heizen.info/foerderung-heizung/ abrufbar. Alle Förderdetails finden Sie unter www.bafa.de.
  • Sprechen Sie den Überbringer dieser Information an. Wenn es sich um einen Handwerksbetrieb handelt, dann sollte es ein qualifizierter SHK-Fachbetrieb sein, der einer Innung angehört.
  • Falls Sie keinen bestehenden Kontakt zu einem SHK-Fachbetrieb nutzen können, dann finden Sie unter https://www.wasserwaermeluft.de/ alles, was Sie benötigen. Bis hin zur konkreten Angebotsanfrage, die Ihnen binnen 24 Stunden beantwortet wird.

2. Wärmeverteilsystem im Haus

  • Rüsten Sie die Einzelraumregelung nach: Bauen Sie elektronische (und programmierbare) Heizkörperthermostate ein.
  • Lassen Sie sich zum Austausch von Heizkörpern mit dem Ziel beraten, die Systemtempe­raturen der Heizung zu reduzieren und so Energie zu sparen und den Einsatz erneuerbarer Energien oder z. B. einer Wärmepumpe zu ermöglichen.
  • Lassen Sie im Rahmen der Wartung eine nachträgliche Dämmung, Ergänzung oder den Ersatz fehlender oder schadhafter Wärmedämmung von Rohrleitungen, Armaturen und sons­tigen wärmeverlustbehafteten technischen Komponenten ausführen.
  • Bringt der Einbau, Austausch oder die Optimierung raumluft- und klimatechnischer Anlagen inklusive Wärme-/Kälterückgewinnung weitere Vorteile? Lassen Sie sich beraten.
  • Sofern vorhanden, lassen Sie Raumlüfter und Lüftungsanlagen warten, reinigen und gegebenenfalls erneuern (verschmutzte Filter sorgen für erhöhte Stromaufnahme des Venti­lators).
  • Überlegen Sie den Austausch alter und den Einsatz wasser- und energiesparender Sanitär­armaturen, einer Abwasser-Wärmerückgewinnung etc.

3. Optimierung des Anlagenbetriebs

  • Fragen Sie Ihren Heizungsfachbetrieb z. B. im Rahmen der Wartung nach weiteren Einspar- und Optimierungsmöglichkeiten. Er kann auf Wunsch auch einen detaillierten Check der Heizung durchführen.
  • Lassen Sie danach die Regelung der Heizungs-, Lüftungs- bzw. Klimatechnik mit dem Ziel der Senkung des Energieverbrauchs (z. B. Optimierung der Heizkurve, Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung) optimal einstellen.
  • Ertüchtigen Sie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR), gegebenenfalls unter Nutzung von SmartHome-Lösungen oder eines Energiemanagementsystems.
  • Lassen Sie hydraulisch geregelte gegen elektronisch geregelte Durchlauferhitzer austauschen, falls die Umstellung auf eine zentrale Warmwasserbereitung nicht möglich ist.
  • Gönnen Sie sich, dem Hausmeister oder der Hausverwaltung ein Update für die Bedienung der Heizungsanlage. Die Einweisung durch den SHK-Fachbetrieb sensibilisiert Anlagenbetreiber für energiesparendes Verhalten und Bedienen. Oft kann der Betrieb der Heizungsanlage im Sommer auf die Warmwasserbereitung umgestellt bzw. reduziert werden.
  • Mögliche Energieeinsparungen durch einzelne Maßnahmen können mit dem Optimierungsrechner der Wirtschaftsvereinigung Gebäude und Energie e.V. (VdZ) berechnet werden.

4. Zusätzliche Möglichkeiten, fossile Brennstoffe einzusparen

  • Lassen Sie sich vom Fachhandwerker zu Möglichkeiten beraten, die Energieart zu wechseln. Infrage kommen aktuell der Umstieg auf Pelletheizung oder Wärmepumpe. Umfang­reiche und neutrale Informationen zu den Themen klimafreundliches Heizen, Energiesparen und Energiewechsel finden Sie auch im Webportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unter https://www.energiewechsel.de/.
  • Auch hybride, also kombinierte Heizungssysteme sind möglich. So kann die vorhandene Heizung gegebenenfalls um eine Solarkollektoranlage für die Warmwasserbereitung und Hei­zungs­unterstützung ergänzt oder um eine Wärmepumpe erweitert werden. Für den Betrieb einer Wärmepumpe kann der Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage sinnvoll und wirtschaftlich sein.
  • Einzelfeuerstätten für Holz (nach Stufe II der 1. BImSchV) können ganz autark Räume (in der Regel auch ohne Strom) beheizen oder – sofern sie eine Anbindung an die Heizungshydraulik besitzen, die Gebäudeheizung unterstützen. Es stehen Scheitholz oder Pelletöfen zur Auswahl. Voraussetzung ist eine passende Abgasführung.
  • Nutzer von Heizöl oder von Flüssiggas in Zentralheizungen können ihren Energieträger in Tanks bevorraten und sich damit für einen längeren Zeitraum unabhängig machen. Gleiches gilt für Nutzer einer Pelletheizung mit einem Pelletlager im Gebäude oder z. B. einem Sacksilo außerhalb des Gebäudes.

Der richtige Ansprechpartner

Das Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk und seine Innungsfachbetriebe als Partner in der Region sind der richtige Ansprechpartner für Fragen und Beratungen rund um energiesparende Heizungsanlagentechnik und Wärmeverteilsysteme im Gebäude und deren staatliche Förderung. Aber auch für Fragen rund um den Betrieb der Heizsysteme. Gehen Sie auf uns zu und werden Sie verbrauchs- und kostensparend für sich aktiv!