Marvin Fuller: Jahrgangsbester Jungmeister 2022

Marvin. Meisterhaft.

Die SHK Innung ist seit dem 19. November um einen Meister reicher: Marvin Fuller. Als Sohn von Marcus Fuller hat er die Materie quasi im Blut.  Dass der junge Karlsruher jetzt als Jahrgangsbester seine Meisterprüfung absolviert hat, macht nicht nur ihn stolz…

Rein rechnerisch gehört Marvin Fuller – geboren im Februar 1996 – zur sogenannten letzten Generation. Doch von Endzeitstimmung ist bei dem SHK-Überflieger aus Karlsruhe nichts zu spüren. Er ist Meister, noch dazu Jahrgangsbester und er hat ambitionierte Ziele. „Im April 2023 mache ich noch den Abschluss zum Betriebswirt und bin dann startklar für den langsamen Übergang in unserer Firma“, erzählt er. Marvin stellt die sechste Generation der Fuller GmbH aus der Karlsruher Oststadt, die beim SHK-Award im Juli für ihr 150-jähriges Bestehen ausgezeichnet wurde.

Klotzen. Nicht Kleckern.

Was nicht heißt, dass Marvin Fuller seine – noch junge – Karriere in den Schoß fiel. Extrawürste gab es bei der Ausbildung im Familienbetrieb nicht. Und auch bei seinem weiteren Werdegang, unter anderem bei der Firma Ullrich im hessischen Bebra, musste Marvin ran wie jeder andere auch.  2020 begann er mit der Technikerschule und darf sich nun Techniker und Meister nennen. Und als Jahrgangsbester auch noch gewissermaßen „summa cum laude“.  Dahinter steckt viel und harte Arbeit: „Der schwierigste Part war Teil 1 der Meisterprüfung, da habe ich gut fünf Wochen ununterbrochen gelernt“, erzählt Marvin.  „Aber als ich dann auf der Bühne bei der Meisterfeier vor 1000 Leuten stand, das war ein ganz besonderes Gefühl“, erinnert er sich an den Abend des 19. November im Pforzheimer Congresszentrum. „Das war der Moment, wo mir klar wurde, dass ich hier den wohl wichtigsten und größten Schritt für meine Zukunft geschafft habe“.

Smart Home für Meeresbewohner

Die ist klar: „Irgendwann werde ich den Familienbetrieb übernehmen“. Das geht Schritt für Schritt, noch sind Vater Marcus und Großcousin Bernd am Ruder. „Von ihnen kann ich sehr viel lernen, sie haben halt eine große Lebens- und Berufserfahrung“. Und manchmal muss der Jungmeister auch ein bisschen ausgebremst werden: „Das kann schon mal schwierig werden bei meinen vielen Innovativen Ideen“, lacht er. Marvin ist fasziniert von Technik: „Ich finde alles spannend, was technisch ist und wie Technik superkomplexe Dinge einfach machen kann“.  In seinem Beruf kommt ihm das – Stichwort: Smart Home – sehr entgegen. Und dann gibt es noch eine andere große Leidenschaft im Leben des 26jährigen. „Ich beschäftige mich seit einigen Jahren intensiv mit Meerwasseraquaristik“, verrät er. „Zuhause habe ich ein Aquarium mit Fischen, Korallen und allem, was dazugehört“. Um dieses fragile Bonsai-Biotop zu pflegen, braucht es viel Fingerspitzengefühl und technisches Knowhow. Die diffizile Steuerung dafür hat er – logisch – selbst programmiert. Smart Home für Fische sozusagen.

Klimaheld und Technikfan

Auch wenn die Rede auf seinen Beruf kommt, gerät er fast ins Schwärmen: „Man kann in unserem Gewerk eine Riesenpalette abdecken. Es gibt bei uns so viele unterschiedliche Projekte und Herausforderungen, das macht einfach Spaß“, erzählt er. Aber nicht nur deshalb mag er seinen Beruf: „Dieses Handwerk bietet die krisensichersten Berufe, die es gibt. Im Zentrum stehen Wasser, Wärme und Kälte. Damit decken wir die Grundbedürfnisse der Menschen ab: Denn jeder braucht frisches Trinkwasser, Wasser zum Duschen oder Spülen, und jeder hats im Winter gerne warm und im Sommer kühl“, resümiert er. „Wir sind auch diejenigen, die maßgeblich aktiv an der Klimawende mitarbeiten“. Dass, wie in vielen anderen Berufszweigen, die Technik Arbeitende einfach überflüssig macht, sei nicht zu befürchten: „Wir sind nicht zu ersetzen, die Technik wird uns vieles erleichtern, aber überflüssig machen wird sie uns nicht“. Schon deshalb rät er jungen Menschen zu seinem Beruf: „Es gibt in diesem Bereich so viele Möglichkeiten der Weiterbildung und Spezialisierung. Man kann später selbst einen Betrieb führen, in die technische Planung einsteigen oder sogar in die Forschung gehen. Wo gibt’s das denn sonst?“